Zeitungsberichten zufolge schlug E.ON Rivalen Endesa-Pakt vor

- Madrid - Im Ringen um den größten spanischen Stromversorger Endesa ist der deutsche Energiekonzern E.ON nach einem Bericht der Zeitung "El País" mit dem Versuch gescheitert, den Rivalen Acciona mit einem lukrativen Angebot auf seine Seite zu bringen.

Wie die Madrider Zeitung berichtete, offerierte der Düsseldorfer Branchenriese dem spanischen Mischkonzern Anfang März die Endesa-Anlagen in Lateinamerika und die Endesa-Sektion für erneuerbare Energie für den Fall, dass Acciona das E.ON-Übernahmeangebot unterstützt.

Acciona habe das Angebot aber abgelehnt und sich mit dem italienischen Energiekonzern Enel verbündet. Ein E.ON-Sprecher in Düsseldorf wollte die Darstellung nicht kommentieren. Solche Berichte seien nichts Neues, sagte er. Acciona ist mit einem Anteil von 21,0 Prozent zweitgrößter Aktionär bei Endesa, hinter Enel mit 24,9 Prozent.

Das E.ON-Angebot für Acciona sei sehr lukrativ gewesen, betonte "El País". Es habe 18,5 Prozent des gesamten Konzerns ausgemacht. E.ON habe sogar die Endesa-Anlagen in Lateinamerika hergeben wollen, die der Düsseldorfer Konzern in seinem Übernahmeangebot als besonders interessant bezeichnet habe. Die Zeitung interpretierte die E.ON-Offerte an den Rivalen als einen "verzweifelten Versuch" der Deutschen, den Vormarsch der italienischen Enel zu stoppen.

Acciona habe die Offerte jedoch abgelehnt, weil es auf die Geschicke von Endesa Einfluss nehmen wolle. Dies habe auch im Interesse der spanischen Regierung gelegen, schrieb das Blatt. Madrid hatte sich wiederholt dafür ausgesprochen, dass Endesa in spanischer Hand bleiben sollte. E.ON hatte in seinem aufgebesserten Übernahmeangebot für den spanischen Branchenprimus 40 Euro pro Aktie offeriert. Enel und Acciona hatten eine Offerte von wenigstens 41 Euro angekündigt. Diese dürfen sie nach einer Entscheidung der Börsenaufsicht aber erst frühestens im Oktober machen.

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