Zetsche verteidigt Stellenabbau

- Stuttgart - Mercedes-Chef Dieter Zetsche sieht keine Alternative zum geplanten Stellenabbau bei dem Autobauer. Der Rückstand gegenüber den Wettbewerbern müsse ausgeglichen werden, sagte Zetsche in einem Interview der "Stuttgarter Zeitung" (Samstag). "Ich mache keinen Hehl daraus, dass Mercedes gegenwärtig nicht auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit ist." Audi und BMW seien derzeit besser aufgestellt als die Marke mit dem Stern. Zetsche, der im Januar Chef von DaimlerChrysler wird, will bei Mercedes in Deutschland 8500 Stellen streichen, 3100 allein in Sindelfingen.

In seiner Analyse von Mercedes sieht sich Zetsche bei Produktivität und Effizienz an die Lage beim amerikanischen Autobauer Chrysler vor fünf Jahren erinnert - als er als Sanierer nach Detroit geschickt wurde. Die Überkapazitäten bei Mercedes bezifferte er auf zehn Prozent. Zetsche bekräftigte das Ziel für Mercedes, bis 2007 eine Umsatzrendite von sieben Prozent zu erreichen. Bei Chrysler hatte er 26 000 Stellen abgebaut und mehrere Werke geschlossen.

Die Marke smart soll es auch zum Ende des Jahrzehnts noch geben. "Die Restrukturierung ist voll im Plan", sagte er mit Blick auf die Kleinwagenmarke, die seit Jahren nicht profitabel ist.

Zetsche wies darauf hin, dass ein Ausgleich von Beschäftigungsüberhängen durch einen Wechsel von Mitarbeitern an andere Standort nur begrenzt möglich und überdies teuer für das Unternehmen sei. Deshalb greife man zu dem Mittel der Abfindungen, die das Unternehmen 950 Millionen Euro kosten und unter anderem aus Rückstellungen und einem möglicherweise etwas besseren Ertrag im operativen Geschäft finanziert würden. Der Beschäftigungspakt bis 2011 sei zwar richtig gewesen, erschwere aber die Streichung von Stellen.

Anders als Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) sieht Zetsche keine Gefahr, dass der Konzern von renditehungrigen Finanzinvestoren übernommen und zerschlagen werden könnte. "DaimlerChrysler hat derzeit einen Börsenwert von rund 45 Milliarden Euro. Das ist recht gewichtig und schränkt die Zahl von potenten Finanzinvestoren, die eine feindliche Übernahme wagen könnten, dramatisch ein", sagte der Manager dem Blatt.

(Achtung: Der Beitrag lag dpa vorab vor.)

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