ZEW-Index überraschend gesunken

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Mannheim (dpa) - Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im April überraschend und deutlich eingetrübt. Die ZEW-Konjunkturerwartungen seien von minus 32,0 Punkten im Vormonat auf minus 40,7 Punkte gesunken, teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mit.

Von Thomson Financial News befragte Volkswirte hatten indes mit einer leichten Aufhellung auf minus 29,0 Punkte gerechnet. Marktbeobachter betonten, der überraschende Rückgang dürfe nicht überbewertet werden. Wie auch die Aufhellung der Konjunkturerwartungen in den beiden Vormonaten besitze der jüngste Rückgang kaum Aussagekraft für die weitere Wirtschaftsentwicklung in Deutschland, kommentierte DekaBank-Experte Andreas Scheuerle. Zu erklären sei die Stimmungseintrübung möglicherweise mit zuletzt schwachen Zahlen von Unternehmensseite, wodurch Konjunkturängste Auftrieb erhalten hätten.

Die Postbank hält den konjunkturellen Pessimismus der befragten Finanzanalysten für "weit überzogen". Gleichwohl sollten Belastungen wie die Finanzmarktkrise nicht spurlos an der deutschen Konjunktur vorbeigehen. Den deutlichen Rückgang der ZEW-Konjunkturerwartungen im April führt die Postbank auf anhaltende Belastungsfaktoren wie die Krise an den internationalen Finanzmärkten, den starken Euro und die hohen Ölpreise zurück. Zudem dürfte auch die hohe Inflation eine Rolle gespielt haben, die den Privaten Verbrauch bremsen könnte.

Mit dem jüngsten Rückgang liegen die ZEW-Konjunkturerwartungen weiter deutlich unter ihrem historischen Mittelwert von 30,0 Punkten. Die Konjunkturerwartungen seien von außergewöhnlich hohen Preissteigerungsraten belastet worden, erläuterte das ZEW. Zudem signalisieren derzeit schwache Auftragseingänge bei den deutschen Unternehmen eine nachlassende wirtschaftliche Dynamik. "Der vormonatige leichte Optimismus der Finanzanalysten war anscheinend nur ein kleines Zwischenhoch", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Gleichwohl bestehe derzeit kein Anlass zu stärkerem Konjunkturpessimismus.

Die Bewertung der aktuelle konjunkturellen Lage in Deutschland hellte sich im April indes leicht auf. Der entsprechende Indikator stieg von 32,1 Punkten im Vormonat auf 33,2 Punkte. Volkswirte hatten jedoch mit einem deutlicheren Anstieg auf 34,0 Punkte gerechnet. Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone verschlechtern sich im April um 9,8 Punkte gegenüber dem Vormonat und liegen nunmehr bei minus 44,8 Punkten. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum nimmt im April um 3,9 Punkte ab und steht nun bei 15,5 Punkten.

Die Finanzmärkten reagierten auf die überraschende Stimmungseintrübung negativ. Während der Euro zwischenzeitlich leicht an Wert verlor, legten deutsche Staatsanleihen zu und reduzierten zuvor erlittene Kursverluste. Der deutsche Aktienmarkt drehte zeitweise in die Verlustzone.

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