ZEW: Konjunktursorgen in Deutschland nehmen zu

Mannheim - Die Euro-Stärke und Wachstumsrisiken vor allem in den USA verdüstern die Konjunkturerwartungen für Deutschland. Nach dem ZEW-Konjunkturbarometer vom Dezember blicken Finanzexperten so skeptisch in die Zukunft wie seit gut 15 Jahren nicht mehr.

Das Stimmungsbarometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) sackte im Vergleich zum Vormonat erneut um 4,7 Punkte ab und liegt nun bei minus 37,2 Punkten, wie das ZEW am Dienstag in Mannheim mitteilte. Damit liegt der monatliche Indikator noch tiefer unter seinem historischen Mittelwert von 31,4 Punkten.

"Heimische und weltwirtschaftliche Unwägbarkeiten bremsen die Konjunkturdynamik deutlich ab", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. "Die Verwässerung einiger Reformen hierzulande und die Unsicherheit auf den Finanz-, Devisen- und Rohstoffmärkten hinterlassen ihre Bremsspuren."

Die 284 befragten Analysten und Anleger sehen deutliche Risiken für das Wachstum wichtiger Industrieländer, besonders der USA. Dieser Unsicherheitsfaktor, aber auch die Euro-Stärke trübten die Exportaussichten für die deutsche Wirtschaft. Sorgen bereitet den Finanzexperten auch der Konsum, der nach ihrer Ansicht in den nächsten sechs Monaten stabil bleibt und sich nicht beleben wird.

Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage verschlechterte sich im Dezember ebenfalls. Der entsprechende Indikator ging um 6,5 Punkte auf 63,5 Punkte zurück.

Auch die Konjunkturerwartungen für die Eurozone trübten sich im Dezember ein. Der Euro-Indikator sank im Vergleich zum Vormonat um 5,7 Punkte auf minus 35,7 Punkte. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum nahm im Dezember um 0,6 Punkte auf 59,6 Punkte ab.

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