MAN zieht davon: Fast ein Drittel mehr Aufträge im Januar

- Karlsfeld - Der oft als zu sehr diversifizierter "Gemischtwarenladen" verspottete Maschinen- und Anlagebau-Konzern MAN will an seinen wesentlichen Beteiligungen festhalten. Auch von seinen unwesentlichen - wie etwa dem Hauser Schloss in Karlsfeld und zwei Weingütern - werde sich der Mischkonzern "nur wenn's einmal schlecht läuft" nicht gleich trennen.

<P>Nutzfahrzeuge, Dieselmotoren, Druckmaschinen und Dienstleister Ferrostaal passten ebenso zum Konzern wie kleinere Töchter, meinte Rudolf Rupprecht, Vorstandsvorsitzender der MAN Gruppe im Schlösschen neben dem Werksgelände. Und das Geschäft brummt: Im Januar lag das Auftragsvolumen des Konzerns mit 1,214 Milliarden Euro um 23 Prozent über dem des Vorjahresmonats.<BR><BR>Vor allem mit dem neu entwickelten LKW-Motor "D-20 Common Rail" will MAN an Fahrt gewinnen. In die vierjährige Entwicklung des neuen Dieselmotors haben wir 200 Millionen Euro investiert", sagte Håkan Samuelsson, Chef der MAN Nutzfahrzeuge AG. In drei Jahren soll sich diese Summe amortisiert haben. Schon 2004 erwartet der Konzern, 12 000 dieser Motoren abzusetzen. Der Motor sei ein Wettbewerbsvorteil, so der Schwede Samuelsson.<BR><BR>Bereits im vergangenen Jahr hat die Nummer drei im schweren Lastkraftwagenbau ihren Marktanteil nach Renault/Volvo und Daimler-Chrysler auf 14,9 Prozent gesteigert. "Ein Prozent mehr Marktanteil im Jahr wäre schön", sagte Samuelsson. Mittelfristiges Ziel sei es, 18 Prozent der schweren LKW weltweit zu verkaufen.<BR><BR>Auch der zuvor defizitäre Bus-Bereich habe sich schneller als geplant entwickelt. 2003 erzielte diese Sparte operativ ein schwarzes Ergebnis, so Samuelsson.<BR><BR>Die geplante LKW-Maut habe noch keine Auswirkungen auf das Geschäft gehabt. "So lange es nicht funktioniert, stört's uns nicht", spottete Rupprecht. Das abgelaufene Geschäftsjahr liege etwa auf dem Vorjahresniveau - allerdings bei einer besseren Auslastung und einer höheren Produktivität. Die Neuentwicklung des Dieselmotors passe zur Philosophie und Geschichte von MAN. "Weil wir wissen, dass wir nur von der Innovation leben können, werden wir in naher Zukunft eine Reihe von Neuigkeiten vorstellen", sagte der Konzern-Chef. <BR><BR>Er beklagte eine insgesamt negative Haltung der Technik gegenüber. "Wenn wir eine gewisse Technikfeindlichkeit nicht ablegen, werden wir unseren Wohlstand nicht halten können", so Rupprecht. Die schulische Vorbildung vieler Bewerber lasse zu wünschen übrig: 10 bis 15 Prozent würde MAN jährlich abweisen, weil sie "nicht bildungsfähig" seien. So findet man auch in einem sehr breit aufgestellten Mischkonzern mit Schloss und Weingut keinen Ausbildungsplatz.</P><P> </P>

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