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HVB zieht Frühjahrsputz vor

- München - Die HypoVereinsbank hat den Frühjahrsputz vorgezogen. In winterlicher Zurückgezogenheit schickte Hypo-Hausmeister Dieter Rampl ein Aufräumkommando los. Altes Inventar - wie die Beteiligungen an Allianz, Münchener Rück und Bank Austria - wurde entstaubt und in der Wertschätzung von Liebhaber-Preisen auf ein realistisches Markt-Niveau zusammengeputzt. Einiges davon landete auf dem Flohmarkt, anderes soll einen festen Platz im HVB-Gebäude finden. Unter dem Staub offenbarte sich mancher Rostfleck: Wegen eines Milliardenverlustes müssen die Aktionäre heuer auf die Dividende verzichten und mit einer Kapitalerhöhung die Bilanz aufpolieren.

"Dies ist ein besonderer Tag", formulierte Vorstands-Chef Rampl. In seinen Augen strahlt die HVB so schön wie lange nicht mehr. Nach dem Krisenjahr 2002, für das die Bank erstmals einen Verlust meldete, verkündete er für das vergangene Geschäftsjahr nach vorläufigen Zahlen einen Betriebsgewinn von gut 1,4 Milliarden Euro - allerdings operativ, also im tatsächlichen Bankgeschäft. Unter dem Strich - also unter Berücksichtigung des Wertverlusts bei den Beteiligungen - stehen 2,6 Milliarden Euro Miese.<BR><BR>Wie bei vielen Anlegern schmolz während des Börsencrashs auch bei der HypoVereinsbank der Wert des Aktienbesitzes zusammen. Nur schrieb sich die Bank ihre Beteiligungen - insbesondere an der Allianz und der Münchener Rück - nicht so billig in die Bücher, wie sie an der Börse gehandelt wurden. Das korrigierte das Institut nun. Fast zwei Milliarden Euro schrieb die HVB ab, die das Ergebnis belasteten.<BR><BR>Die Allianz-Aktien machte die Bank anschließend komplett zu Geld, die Beteiligung an der Münchener Rück wurde von 13,2 auf unter zehn Prozent reduziert, wie Rampl sagte. Insgesamt spülte das rund zwei Milliarden Euro in die Firmenkasse. Der Anteil an der Münchener Rück soll "bei einem für uns attraktiven Kursniveau der Münchener Rück" bis auf fünf Prozent verringert werden, kündigte Finanzvorstand Wolfgang Sprißler an. "Wir müssen alle Konzentration auf unser Kerngeschäft legen. Wir sind keine Beteiligungsgesellschaft."<BR><BR>Diese Aussage beziehe sich hingegen nicht auf die Bank Austria. Sie zähle zum Kerngeschäft, die 77,5-Prozent-Beteiligung bleibe in HVB-Hand - auch wenn man auf ihren Firmenwert ebenfalls eine Abschreibung vornahm. Mit 800 Millionen Euro schlug die außerplanmäßige Aktion zu Buche, die den Firmenwert "konservativ nach unten absichern" solle, wie es hieß.<BR><BR>Nach den anstrengenden Aufräumarbeiten lechzt die HVB nach frischer Kraft. Die sollen ihr die Aktionäre einflößen. Eine Dividende gibt es heuer nicht. Stattdessen sollen die Anleger mindestens drei Milliarden Euro zusätzlich in die HypoVereinsbank investieren. Bei einer Kapitalerhöhung werden ab Ende März 214 Millionen neue Aktien zu einem Preis von mindestens 14 Euro ausgegeben. Die Aktionäre können für jedes fünfte Papier, das sie halten, zwei neue hinzukaufen. Die Münchener Rück - bisher Besitzer von einem Viertel der HVB-Aktien - verzichtet, um ihre Beteiligung an der Bank auf 18,3 Prozent zu senken.<BR><BR>Als "einzigartigen Konzernumbau" bezeichnete Rampl den ausgiebigen Frühjahrsputz. Seine Botschaft: Während der Aufwand für die Grundreinigung nur einmal anfällt, bleibt der Glanz dauerhaft.<BR>

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