Ziel von "Ausbildung in Bayern": Jedem Bewerber eine Stelle

- München - Mit vielen Appellen und einigen praktischen und finanziellen Hilfen wollen Wirtschaft und Freistaat neue notwendige Lehrstellen schaffen. Die Zahl der Ausbildungsplätze in Bayern ist drastisch gesunken. Von Oktober bis März wurden dem Landesarbeitsamt 12 200 Lehrstellen weniger gemeldet als ein Jahr zuvor, das ist ein Minus von 14 Prozent.

<P>Im September drängen fast 100 000 Schulabsolventen in Bayern ins Berufsleben und die Wähler zu den Urnen. "Jeder Jugendliche in Bayern soll eine Chance erhalten", sagte Edmund Stoiber, bayerischer Ministerpräsident, bei der Vorstellung der Kampagne "Ausbilden in Bayern", die zusammen mit den Handwerkskammern, den Industrie- und Handelskammern und dem Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie gestern ans Netz ging.<BR><BR> www.ausbildeninbayern.de<BR><BR>"Am Ende der Schulausbildung darf es nicht Arbeitslosigkeit und Hoffnungslosigkeit geben, weil es nicht genügend Ausbildungsstellen gibt", betonte Stoiber. Und das ist in Bayern in erster Linie ein regionales Problem: In und um München konnten sich 100 Bewerber statistisch gesehen unter 225 Lehrstellen eine aussuchen, in Oberbayern waren es noch 169 Lehrstellen auf 100 Bewerber.</P><P>In Oberfranken dagegen gab es nur für die Hälfte der Jugendlichen eine Lehrstelle. Um den Problembezirken Oberfranken und nördliche Oberpfalz zu helfen, bietet die LfA Förderbank Bayern Betrieben, die Lehrstellen schaffen, zinsvergünstigte Kredite an. Weiter zahlt der Freistaat dort Lehrlingen Fahrtkostenzuschüsse, damit sie eher eine weiter entfernte Stelle annehmen. Die Gelder für die Initiative kommen aus dem Arbeitsmarktfonds der Privatisierungserlöse. </P><P>Mit 700 000 bis 900 000 Euro sollen 500 bis 600 Lehrstellen in Oberfranken und der Oberpfalz geschaffen werden. 1100 neue Lehrstellen will der Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie in den nächsten zwei Jahren ins Leben rufen. "Dafür nehmen wir sechs Millionen Euro in die Hand und zahlen unseren Mitgliedsbetrieben 90 Prozent der Ausbildungsvergütung", sagte Verbandspräsident Randolf Rodenstock.<BR><BR>Franz Maget, SPD-Chef in Bayern, forderte eine Ausbildungsplatzabgabe, falls es den Unternehmen nicht gelänge, ausreichend Ausbildungsplätze zu schaffen. Das sei "absoluter Unsinn", so Stoiber. Genauso gut könne man eine Arbeitsplatzabgabe für jeden Arbeitslosen einführen. "Ohne einen Wirtschaftsaufschwung in Deutschland wird es keinen massiven Aufschwung bei Ausbildungsstellen geben", sagte Rodenstock. Ab 2007 werde die Zahl der Schulabgänger sinken und gegen Ende des Jahrzehnts drohe ein demographisch bedingter Fachkräftemangel.<BR><BR>Handwerkskammer-Präsident Heinrich Traublinger sagte, dass es derzeit 1500 freie Lehrstellen in München und Oberbayern gebe. 2002 konnten 6200 Stellen nicht besetzt werden und 3300 junge Menschen traten trotz unterschriebenen Lehrvertrages ihre Stelle nicht an. "Ein äußerst unsolidarisches Verhalten gegenüber denen, die noch keinen Lehrvertrag haben", zürnte Traublinger. Auch IHK-Hauptgeschäftsführer Reinhard Dörfler will Betriebe und Stellensuchende unter anderem mit Jobmessen zusammenführen und in die Betriebe gehen, um "Klinken zu putzen".</P><P> </P>

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