Zimmer im Sterne-Hotel: Sparen kann nur, wer online bucht

- Gäste, die ihr Zimmer direkt beim Hotel buchen, müssen bis zu einem Drittel mehr zahlen als Nutzer eines externen Internetanbieters. Zu diesem Ergebnis kommt unser Test unter sechs Münchner Hotels. Der Grund für den Preisunterschied liegt darin, dass die meisten Hoteliers versuchen, bei der telefonischen Reservierung den höchsten Preis zu erzielen.

Für den Test wurden Häuser mit drei bis fünf Sternen nach dem günstigsten Doppelzimmer für drei Nächte im Zeitraum 18. bis 21. Mai befragt. Herausgekommen ist, dass Internetbucher bei Expedia oder hotels.com bis zu 330 Euro sparen können. Auch bei Reservierungen über die Homepage des Hotels zahlen die Gäste meist weniger als bei Anfragen vor Ort. So kostete der günstigste Aufenthalt laut telefonischer Auskunft im "Hotel Bayerischer Hof" 1305 Euro, während beim Internetanbieter die drei Nächte für 975 Euro zu haben waren. Auf der Homepage des Hotels lag das Angebot bei 1260 Euro.

Wie kann es zu einer so starken Preisabweichung kommen? "Wir haben keinen Einblick über die Zimmerkalkulation dieser Anbieter", sagt Regine Hofmann, Director Public Relations im Bayerischen Hof. Es würden Rahmenverträge mit den Anbietern ausgearbeitet, die sich danach richten, wie viele Buchungen sie dem Hotel garantieren können. Die Abschlüsse geben den Firmen Freiraum für ihre Preisgestaltung. "Bei der telefonischen Reservierung versuchen die Kollegen analog zur hohen beziehungsweise schwachen Buchungslage das Zimmer bestmöglichst zu verkaufen", erklärt Hofmann.

Nach diesem Prinzip wird auch im Münchner "Arabella Sheraton Westpark" gearbeitet. "Hotelpreise sind mittlerweile Tagespreise. Haben wir nur noch wenige Zimmer, dann steigen auch die Preise", sagt Holger Behrens, Hoteldirektor bei Arabella Sheraton in München. Am Telefon versuche das Personal die Zimmer zu einer möglichst hohen Rate zu verkaufen. Aus diesem Grund empfiehlt er den Gästen, Reservierungen über die Homepage des Hotels vorzunehmen. Beim Test lag der Preis auf der Homepage 105 Euro unter der telefonischen Anfrage.

"Weil wir bei einer Online-Reservierung keine Verwaltungsarbeit haben, sind die Preise dort günstiger." Seit eineinhalb Jahren gebe die Hotelgruppe ihren Kunden eine "Best Rate Garantie" auf der Homepage. "Sollten unsere Gäste innerhalb von 24 Stunden einen günstigeren Preis finden, dann bekommen sie nicht nur diesen von uns, sondern wir ziehen nochmals zehn Prozent ab." Umso überraschter war Behrens darüber, dass das Angebot der externen Anbieter um etwa 20 Euro günstiger war als das auf der Homepage. "Das ist peinlich, da hat irgendetwas nicht funktioniert und dem muss sofort nachgegangen werden."

Doch nicht nur bei den Vier- und Fünf-Sterne-Hotels schwanken die Preise. Auch die Drei-Sterne-Häuser "King's Hotel Center" und "Hotel Kurpfalz" sind bei Anruf etwas teurer als die Internetangebote. "Die Anbieter nehmen unsere Zimmer in größeren Kontingenten ab und können sie daher entsprechend günstiger verkaufen", sagt Andrea Moll, Geschäftsführerin im Hotel Kurpfalz.

Ein Anruf im "Kempinski Hotel Vier Jahreszeiten" lohnt sich im Vergleich zu den anderen Hotels. Das Haus ist das Einzige, in dem die Gäste per Telefon sparen können. So war das Angebot 14 Euro günstiger als der Preis der externen Internetanbieter - der im Übrigen auch teurer war als der auf der Homepage des Hotels. "Bereits seit September garantieren wir, dass die Gäste bei uns den besten Preis bekommen", sagt Hoteldirektor Stephan Interthal. Ein Revenue-Manager überwache die Systeme täglich und achte darauf, dass kein externer Anbieter günstiger ist.

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