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Eine Batterie von Putzmitteln ist gar nicht nötig, versichert die Hauswirtschafterin. Ein einfaches Spülmittel reicht für fast alles. Zitronensäure und Wasser tun ein Übriges.

Welche sind Ihre Wundermittel?

Diese Tricks helfen gegen Schmutz im Haushalt

Cola hilft im Haushalt gegen so ziemlich alles, die Fenster sollte man mit Zeitungspapier polieren und Essigessenz ist das Wundermittel gegen Kalk – was ist dran? Gemeinsam mit Hauswirtschafterin Josepha Stegherr haben wir Hausmittel einmal unter die Lupe genommen.

Im Supermarkt findet man inzwischen für jede Oberfläche und jedes Material ein spezielles Putzmittel. „Werbung suggeriert, Laminat zum Beispiel müsse mit speziellen Ölen gepflegt werden“, sagt Josepha Stegherr vom Verbraucherservice Bayern im Katholischen Deutschen Frauenbund. „Dabei reicht es vollkommen, den Boden nebelfeucht zu wischen.“ Nur zu nass darf es nicht werden – sonst quillt das Laminat auf. Stegherr schwört beim Wohnungsputz auf das gute alte Spülmittel. „Spüli ist ein Alleskönner“, verrät die Expertin. Normales Spülmittel eignet sich für fast alle Oberflächen, auch Schränke oder Böden. Es enthält Tenside und ist ein Universalreiniger. „Einfach ein paar Tropfen davon in das Putzwasser geben“, rät die Expertin.

Tropfen

Wenn die Edelstahlspüle nach dem Putzen mit Spülmittel noch nicht so richtig glänzt, reicht ein Tropfen billiger Essig oder Zitronensäure. Auch Ablagerungen an Töpfen können so gut entfernt werden. „Bei Armaturen aus Chrom sollten Sie vorsichtig sein und lieber keinen Essig verwenden. Edelstahl ist dagegen kein Problem“, sagt die Hauswirtschafterin.

Kalk

Gegen leichte Kalkablagerungen in Dusche oder Waschbecken hilft eine Reinigung mit Wasser und Spülmittel. „Wer nach dem Duschen die Armaturen abtrocknet, braucht sich über Kalkflecken gar keine Gedanken zu machen“, sagt Stegherr. Sind die Kalkflecken schon älter oder besonders hartnäckig, hilft Zitronensäure. Oft wird auch Essigessenz gegen Kalk empfohlen. Doch die Expertin warnt: „Essigessenz ist in Deutschland frei im Handel erhältlich. Das suggeriert, sie sei ungefährlich – tatsächlich hat Essigessenz aber einen sehr hohen Säureanteil von 25 Prozent und kann die Haut verätzen.“ Gerade für Kinder ist das aggressive Reinigungsmittel daher hochgefährlich. „Zitronensäure ist genauso effizient und dabei ungefährlich.“

Fenster

Teure Glasreiniger gibt es wie Sand am Meer. Spezialtücher und Fensterleder komplettieren das große Angebot. Aber brauche ich das alles wirklich? „Nein“, meint Johanna Stegherr. „Zum Fensterputzen reicht normales Spülmittel. Was Ihre Weingläser sauber macht, reinigt auch Fensterglas – die Profis machen das genauso.“ Bei großen Scheiben ist ein Gummiabzieher sinnvoll, bei kleineren Fenstern haben sich Mikrofasertücher bewährt. „Oft reicht auch schon klares Wasser – einfach mit dem Mikrofasertuch trockenreiben, schon ist das Fenster streifenfrei sauber.“ Vom alten Hausmittel Zeitungspapier rät die Expertin dagegen ab. Zwar sieht das Ergebnis auf den ersten Blick gut aus. Im Laufe der Jahre verkratzt das Papier aber die Scheibe.

Abflüsse

Glaubt man den einschlägigen Fernsehsendungen, hilft das Erfrischungsgetränk Cola im Haushalt gegen fast alles. Vor allem verstopfte Abflüsse soll es schnell beseitigen. „Cola enthält Säure, das stimmt schon“, sagt Stegherr. „Aber Cola ist immerhin ein Lebensmittel, kein Putzmittel.“ Für verstopfte Abflüsse gibt es bessere Lösungen. Zuerst sollte man die altbewährte Saugglocke bemühen. Hilft das nichts, gibt es einen Trick: „Streuen Sie ein Päckchen Backpulver in den Abfluss und schütten Sie eine Tasse kochendes Wasser hinterher. Dann eine Nacht einwirken lassen.“ Auch ein Versuch mit Zitronensäure kann das Problem lösen. Hilft das nichts, muss ein Installateur her. Viele der teuren Rohrreiniger sind sehr aggressiv und können Rohre, die heutzutage meistens aus Kunststoff bestehen, beschädigen. Mit Saugglocke, Zitronensäure und Backpulver lassen sich unter Umständen einige hundert Euro im Jahr sparen.

Backofen

„Alles, was Sie in den Ofen sprühen, atmen Sie auch ein“, warnt Josepha Stegherr. Spezielle Backofenreiniger sind oft hochgiftig – und außerdem teuer. „Neue Öfen sind sehr pflegeleicht, da reicht ein feuchter Lappen“, so die Expertin. Bei alten Öfen hilft meist ganz einfach Wasser. Ist beim Backen etwas Teig aus der Kuchenform getropft und angebrannt, einfach danach eine Schale Wasser in den Ofen stellen und die Restwärme ausnutzen. Durch den Wasserdampf löst sich der Schmutz und lässt sich leicht abwischen. Bei sehr hartnäckigen oder älteren Verschmutzungen hilft Scheuermilch – sie ist nicht teuer und fast überall im Haushalt einsetzbar.

Wir suchen das beste Hausmittel

 Kennen Sie ein Hausmittel, das wirklich wirkt? Das teure Putzutensilien im Haushalt ersetzt? Das Flecken entfernt, ganz ohne chemische Keule? Oder einen anderen bewährten Trick, der vielleicht schon den Großeltern die Haushaltsführung erleichterte? Dann schreiben Sie uns an: info@merkur.de. Die besten Tipps werden veröffentlicht.

Von Daniela Beer

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