Chinesen wollen Qimonda nicht haben

Dresden/München - Der insolvente Speicherchip-Hersteller Qimonda muss seine Hoffnungen auf einen Retter aus China wohl begraben. Die Inspur-Gruppe äußerte gegen eine komplette Übernahme starke Bedenken.

Die Provinz Shandong, wo die bisher als Interessent gehandelte Inspur-Gruppe ihren Sitz habe, stehe einer vollständigen Übernahme der Infineon-Tochter zurückhaltend gegenüber, teilte Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) mit. Gouverneur Jiang Daming habe ihm in einem Brief mitgeteilt, dass die Provinz noch am Anfang der Entwicklung zum Mikroelektronikstandort stehe. Auch sei aufgrund der globalen Finanzkrise die Nachfrage nach elektronischer Informationstechnik rapide zurückgegangen.

Die “Sächsische Zeitung“ hatte berichtet, dass die Rettungschancen gesunken sind. So habe sich auch der von Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) bei seiner Russland-Reise ins Gespräch gebrachte russische Finanzinvestor bisher nicht gemeldet.

Der Gouverneur von Shandong habe in seinem Schreiben betont, dass seine Regierung die Inspur-Gruppe weiter unterstützen werde. Der Politiker rechne damit, dass die chinesische Unternehmensgruppe und Qimonda über Möglichkeiten von Kooperationen konkret verhandeln werden, betonte Jurk. Er habe daraufhin Insolvenzverwalter Michael Jaffé gebeten, weiter im Gespräch zu bleiben und konkrete Verhandlungen zu führen. “Das Schreiben aus Shandong ist ein Funken Hoffnung, dass wir am Glimmen halten wollen“, betonte Jurk.

Am 1. April war das Insolvenzverfahren für die Infineon-Tochter eröffnet worden. Grund war der Preisverfall bei Halbleitern. Ursprünglich hatte das Unternehmen weltweit rund 12 000 Beschäftigte, davon 4600 in Deutschland - in Dresden und München. Rund 2450 Mitarbeiter der beiden Standorte wechselten in Transfergesellschaften. Eine Restmannschaft kümmert sich um den Stand-by-Betrieb, um die Produktion bei Bedarf sofort wieder hochfahren zu können.

dpa

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