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Deutsche Bahn-Chef Rüdiger Grube.

Schadenersatzforderungen möglich

Entlassene Bahn-Vorstände müssen mit Nachspiel rechnen

Berlin - Die Datenaffäre bei der Bahn könnte für die entlassenen Vorstandsmitglieder ein Nachspiel haben.

Der Aufsichtsrat habe seinen Vorsitzenden Werner Müller beauftragt, Strafanzeigen rechtlich prüfen zu lassen, sagte Transnet-Chef Alexander Kirchner, der Müllers Stellvertreter ist, der “Welt am Sonntag“. Die Vorstände müssten auch damit rechnen, dass der Konzern finanzielle Forderungen im Zuge der Affäre geltend mache. Nach ihren Verträgen sei es möglich, dass Schadenersatzforderungen gestellt würden. “Das heißt, es gibt nicht wie so oft einen Freibrief nach dem Motto: Sie gehen, und wir verzichten auf alle Rechtsansprüche“, sagte der Chef der Bahn-Gewerkschaft.

Der neue Konzernchef Rüdiger Grube hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass vier Vorstandsmitglieder die Bahn verlassen müssten. Aufsichtsratschef Müller hatte erklärt, die vier hätten sich zwar nichts zu schulden kommen lassen, trügen aber die politische Verantwortung. Grubes Vorgänger Hartmut Mehdorn hatte die Bahn schon vor einigen Wochen verlassen.

“Moralische und wirtschaftliche Wiedergutmachung“ gefordert

Kirchner forderte zugleich eine “moralische und wirtschaftliche Wiedergutmachung“ für Bahn-Mitarbeiter, die nach dem Überprüfen von E-Mails, Computer-Laufwerken oder einem Abgleich der Daten mit denen von Lieferanten beispielsweise versetzt oder gekündigt worden seien. Für sich selbst schloss der Gewerkschaftschef einen Wechsel zur Bahn als Personalchef aus, kündigte aber einen eigenen Vorschlag für den Posten an.

Auch die beiden als Sonderermittler in der Datenaffäre eingesetzten Juristen Gerhard Baum und Herta Däubler-Gmelin raten in ihrem Bericht zu weiteren Ermittlungen. Wie das Nachrichtenmagazin “Der Spiegel“ schreibt, heißt es darin: “Wir empfehlen dem Aufsichtsrat, ... die nicht in allen Details zu Ende geführten Prüfungen in Verantwortung des Vorstandes abzuschließen“. Zudem raten sie zu zivilrechtlichen Schritten gegen den ehemaligen Bahnvorstand und “empfehlen dem Aufsichtsrat die mögliche aktienrechtliche Verantwortlichkeit der Geschäftsführungsorgane zu prüfen“.

ap

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