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Hatten ein offenes Gespräch: IG-Metall-Chef Berthold Huber (re.) und Fiat-Chef Sergio Marchionne.

Erstes Gespräch endet ergebnislos

Frankfurt/Main - IG-Metall-Chef Berthold Huber hat sich nach einem Gespräch mit Fiat-Chef Sergio Marchionne über die Zukunft von Opel zurückhaltend geäußert.

“Ich erwarte bei einem ersten Gespräch nicht den großen Wurf“, sagte Huber am Dienstag in Frankfurt am Main über das Fiat-Konzept für den angeschlagenen Autobauer. Es sei aber ein offenes Gespräch gewesen. Ausdrücklich offen zeigte sich der Funktionär für Gespräche mit anderen Investoren wie dem Zulieferer Magna, der ebenfalls an dem Rüsselsheimer Unternehmen interessiert ist.

Huber sprach nach eigenen Worten am Dienstag eineinhalb Stunden mit Marchionne. Nach dem Treffen betonte der Gewerkschaftschef, dass ein Investor das Eigenkapital und die Liquidität von Opel sichern müsse. Außerdem müssten Arbeitsplätze in Deutschland und Europa gesichert werden. Nach dem Willen der Gewerkschaft soll auch die Geschäftspolitik der General-Motors-Tochter geändert werden. Es müsse in Zukunft eine eigenständige Technik- und Markenpolitik geben. Man dürfe nicht von Detroit abhängen, wo GM sitzt.

Huber forderte zudem den Erhalt von deutschen Mitbestimmungsrechten. Der Gewerkschaftschef sagte, dass Marchionne in diesem Zusammenhang auf kulturelle Unterschiede zwischen Deutschland und Italien hingewiesen habe. Als weiteres Problem sieht die IG Metall die ähnlichen Automodelle von Opel und Fiat. Huber drängt auf eine schnelle Lösung für Opel. Man wolle nicht auf die Insolvenz von General Motors warten, betonte er.

Angebotsfrist läuft ab

Am Mittwoch, 20. Mai, läuft die Angebotsfrist ab, die die Bundesregierung potenziellen Opel-Investoren gesetzt hat. Bis dahin müssen alle Firmen, die an einer Übernahme des Autobauers interessiert sind, ihr Konzept vorlegen. Die Bundesregierung will Opel einem Treuhänder übergeben, um das Unternehmen vor den Auswirkungen einer GM-Insolvenz zu schützen. Opel braucht in Kürze Geld für Investitionen. Mit Hilfe des Treuhandmodells wäre eine Brückenfinanzierung mit Hilfe staatlicher Banken möglich.

Erneut Spitzentreffen der Regierung zu Opel Berlin

Die Lage beim angeschlagenen Autobauer Opel ist an diesem Mittwoch abermals Thema bei einem Spitzentreffen der Bundesregierung. Das bestätigten Koalitionskreise am Dienstag. Die Zeit drängt: Bis Ende Mai soll GM in den USA einen tragfähigen Rettungsplan vorlegen. Eine Insolvenz von GM wird jedoch immer wahrscheinlicher. Diese hätte dann auch Folgen für Opel.

AP/DPA

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