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Die derzeit diskutierte mögliche Ratingabstufung der USA sorgt für Gewinne beim Euro.

Euro knackt kurzzeitig die Marke von 1,40 US-Dollar

Frankfurt/Main - Am Nachmittag stieg die Gemeinschaftswährung auf bis zu 1,4030 Dollar und damit so hoch wie seit Anfang des Jahres nicht mehr. 

Händler verwiesen als Antrieb insbesondere auf Spekulationen um eine Abstufung des Kreditratings der USA , nachdem die Ratingagentur Standard & Poor's den Ausblick für Großbritannien bereits am Donnerstag gesenkt hatte. Die Europäische Zentralbank ( EZB ) hatte den Referenzkurs am Mittag auf 1,3972 (Donnerstag: 1,3771) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7157 (0,7262) Euro.

“Die derzeit diskutierte mögliche Ratingabstufung der USA spielt sicherlich eine wichtige Rolle und sorgt für Gewinne beim Euro“, sagte Devisenexperte Thomas Amend von HSBC Trinkaus. Bereits in den vergangenen Wochen habe der Dollar nicht zur Stärke geneigt und das Amend zufolge durchaus zu Recht. “Die Konjunkturindikatoren stabilisieren sich zwar, liegen aber immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau“, meinte der Experte. Zudem sei die Geldpolitik der US-Notenbank Fed deutlich expansiver als die der EZB - auch das laste auf dem Greenback.

Aus Sicht der Commerzbank ist die Reaktion des Devisenmarktes auf die Spekulationen, die USA könne ihr AAA-Rating verlieren, überzogen. “Letztlich werden alle, die nach den gestrigen Ereignissen nun kurzfristig eine weitere zügige Abwertung des Greenback erwarten, enttäuscht werden“, so die Devisenexperten.

Dollar-Skeptiker sollten sich klarmachen, dass es zum Dollar nach wie vor kaum eine Alternative gebe, wenn Investoren ihr Kapital in risikoreichen Zeiten in Sicherheit bringen wollten. Zu anderen wichtigen Währungen hatte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,87810 (0,87900) britische Pfund, 131,41 (130,84) japanische Yen und 1,5217 (1,5174) Schweizer Franken festgelegt. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 959,75 (937,50) Dollar gefixt. Der Kilobarren kostete 22 008 (Vortag: 21 925) Euro.

dpa

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