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Trotz Wirtschaftskrise haben Auszubildende in diesem Jahr mehr Auswahl bei den Lehrstellen.

Gute Aussichten für Auszubildende

Nürnberg/Berlin - Trotz Wirtschaftskrise haben Auszubildende in diesem Jahr mehr Auswahl bei den Lehrstellen.

Trotz Wirtschaftskrise haben Auszubildende in diesem Jahr mehr Auswahl bei den Lehrstellen. Weil es weniger Schulabgänger gebe, sei schon jetzt ein deutlicher Rückgang der Bewerberzahlen zu beobachten, sagte Hannelore Plicht vom Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die Zahl der Lehrstellen sinke weniger stark. Im vergangenen Jahr hatten 616.000 Jugendliche eine Lehrstelle gefunden, 14.500 waren leer ausgegangen, 19.500 Ausbildungsplätze konnten nicht besetzt werden.

Zum Tag des Ausbildungsplatzes hat Bundesarbeitsminister Olaf Scholz  die Betriebe am Donnerstag aufgefordert, erneut mindestens 600.000 Lehrstellen zur Verfügung stellen.

Auszubilden liege im Interesse der Unternehmen, weil immer weniger Menschen von der Schule kämen und mehr in Rente gingen, sagte er im ARD -Morgenmagazin. Bis April sank die Zahl der Bewerber um 15 Prozent auf rund 412.400. Die Zahl der Ausbildungsangebote sank dagegen nur um 7 Prozent auf 352.500.

 Der Rückgang in Ostdeutschland war jeweils doppelt so stark wie im Westen. Den Überhang von derzeit 60.000 Bewerbern für eine Lehrstelle bezeichnete die IAB-Forscherin als normal, denn regelmäßig fragten auch Jugendliche an, die erst in den kommenden Jahren aus der Schule kämen.

In Westdeutschland gab es im April 11,5 Prozent weniger Bewerber und 6,3 Prozent weniger Lehrstellen. In Ostdeutschland gab es 27,7 Prozent weniger Bewerber und 11 Prozent weniger Ausbildungsstellen. Halbiert habe sich in den neuen Ländern das Angebot der außerbetrieblichen Lehrstellen, sagte Plicht.

“Ausbildung ist eine gute Investition auch in der Krise“

In einer gemeinsamen Erklärung bekräftigten die Wirtschafts- und Handwerksverbände, dass sie allen ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen eine Ausbildung oder Qualifizierung anbieten wollen. “Ausbildung ist eine gute Investition auch in der Krise“, erklärten sie und riefen die Betriebe auf, über ihren Bedarf hinaus ausbilden und die Fachkräfte der Zukunft sichern. Gleichzeitig appellierten sie an Jugendliche, sich rechtzeitig und intensiv um eine Lehrstelle zu bemühen. Wer flexibel und mobil sei, habe auch 2009 gute Chancen. ap

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