+
Opel-Händler wollen Anteile am Autobauer erwerben.

Händler wollen Anteile an Opel kaufen

Wien - Opel-Händler in Europa wollen eine bestimmte Summe pro Wagen weglegen und damit Anteile an Opel kaufen.

Die europäischen Opel-Händler streben zur Rettung des angeschlagenen Autobauers einen Firmenanteil von 10 bis 15 Prozent an. Dies betonte der Vizepräsident der Händlervereinigung Euroda, Albert Still, am Freitag nach einer Konferenz in Wien. Sprecher des Verbandes der rund 4000 Opel- und Vauxhall-Händler bekräftigten, dass sie mit Hilfe einer Abgabe von 150 Euro je verkauftem Wagen in den kommenden drei Jahren auf bis zu 500 Millionen Euro kommen wollen, um Opel vor der Pleite zu retten.

Dafür fordern sie unter anderem künftig größere Mitspracherechte und einen Sitz im Opel-Aufsichtsrat. “In jedem Fall wollen wir dafür mehr Einfluss in dem Unternehmen“ sagte Euroda-Präsident Jaap Timmer. Seinen Angaben zufolge haben mit Ausnahme Finnlands alle 25 europäischen Mitglieder der Händlervereinigung dem Vorschlag zugestimmt: “Das sind 99,6 Prozent“, sagte er.

Eine Präferenz für einen möglichen Opel-Investor habe man nicht. “Wir müssen ja zunächst einmal klären, inwieweit die Investoren unsere Beteiligung überhaupt wünschen“ sagte Euroda-Vize Still. Möglicherweise gebe es “bei Magna da zurzeit mehr Interesse als bei FIAT“, ergänzte Timmer. Ob auch Finanzinvestoren an Opel interessiert sind, wollten weder Timmer noch Still bestätigen. Allerdings gebe es dafür Indikatoren. Mit ihrem Beschluss wollten die Händler “natürlich auch ein positives Signal setzen“. Der geplante Betrag von 150 Euro pro verkauftem Auto sei “natürlich schmerzlich, aber langfristig wird sich das auszahlen“, sagte Still. “Es geht hier um die Rettung von Opel, und wenn das gelingt, war es die Anstrengung wert.“

Ungeklärt ist bisher, wie die angepeilte Summe von 500 Millionen Euro ausgeschüttet werden soll. Über Einzelheiten werde man noch beraten müssen. Nach Angaben Stills werden für die Abwicklung auf nationaler Ebene Investitionsfirmen gegründet, in die die Händler einzahlen. Die Händler würden dazu vertraglich verpflichtet. Das Geld komme dann in einen europäischen Fond. “Wenn Opel das Geld sofort haben will müssen wir einen Weg dafür finden.“

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ministerium: Luft bleibt nach Diesel-Updates zu schmutzig
Diesel-Fahrverbote in Städten - für viele Autobesitzer und Unternehmen wäre das ein riesiges Problem. Eine Umweltbehörde hat nachgerechnet, ob Politik und Autobranche …
Ministerium: Luft bleibt nach Diesel-Updates zu schmutzig
1710 Tonnen: Hälfte des deutschen Goldes nun in heimischen Tresoren
Frankfurt/Main - Die Deutsche Bundesbank hat die Verlagerung ihrer Goldreserven aus dem Ausland gut drei Jahre früher abgeschlossen als geplant.
1710 Tonnen: Hälfte des deutschen Goldes nun in heimischen Tresoren
Rosneft siegt mit Schadenersatzklage in Milliardenhöhe
Rosneft gehört mehrheitlich dem russischen Staat. Zuletzt sorgte die Nachricht für Diskussionen, dass Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) für einen …
Rosneft siegt mit Schadenersatzklage in Milliardenhöhe
Gläubiger lassen Air Berlin vorläufig weitermachen
Erstmals haben die Gläubiger der Air Berlin über das weitere Insolvenzverfahren beraten. Vor einer schnellen Zerschlagung des Unternehmens sind sie einstweilen …
Gläubiger lassen Air Berlin vorläufig weitermachen

Kommentare