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Der nächste Skandal: Der Textildiscounter Kik soll regelmäßig die Finanzlage seiner Mitarbeiter überprüft haben.

Kik soll Mitarbeiter ausspioniert haben

Dortmund - Der nächste Datenskandal bahnt sich an: Der Textildiscounter Kik soll Informationen über die Finanzverhältnisse seiner Mitarbeiter eingeholt haben. Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat Ermittlungen aufgenommen.

Geprüft werde ein möglicher Verstoß gegen das Bundesdatenschutzgesetz, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Anlass ist eine Anzeige der nordrhein-westfälischen Datenschutzbeauftragten. Eine Kik-Mitarbeiterin aus Norddeutschland hatte sich bei der Beauftragten darüber beschwert, dass das Unternehmen regelmäßig Bonitätsanfragen über Mitarbeiter bei Creditreform stelle.

Die Staatsanwaltschaft will sich den Sachverhalt zunächst “in Ruhe juristisch ansehen“, sagte Oberstaatsanwältin Ina Holznagel. Von Kik war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen.

Nach früheren Angaben der NRW-Datenschutzbeauftragten sind die Prüfungen der Zahlungsfähigkeit grundsätzlich zulässig, wenn ein berechtigtes Interesse besteht. Dieses berechtigte Interesse wird von der Behörde jedoch bezweifelt.

Am Dienstag war bekanntgeworden, dass das Unternehmen aus dem westfälischen Bönen (Kreis Unna) bei Creditreform Informationen über eine mögliche Überschuldung seiner Mitarbeiter einholt. KiK mache die Abfrage von der Tätigkeit der Mitarbeiter abhängig, hatte die Firma in einer Stellungnahme mitgeteilt. Sie wolle damit sicherstellen, dass Arbeitnehmer mit negativen Einträgen nicht in sensiblen Arbeitsbereichen wie etwa an der Kasse eingesetzt werden. KiK erhalte grundsätzlich nur Auskünfte über negativ gemeldete Mitarbeiter.

“Eine Abfrage aller bei KiK beschäftigten Mitarbeiter/Innen findet nicht mehr statt“, hieß es weiter. Der “General-Anzeiger“ (Rhauderfehn/Niedersachsen) hatte aus einem internen Kik-Schreiben aus dem Januar 2008 zitiert. Demnach würden “alle Bestandsmitarbeiter“ automatisch viermal jährlich bei der Creditreform angefragt.

Die Verkaufs- und Bezirksleiter erhielten darüber automatisch im Folgemonat eine Auswertung. Bei den Informationen handelt es sich nach Angaben von Creditreform-Sprecher Michael Bretz um öffentlich zugängliche Daten. Die Unternehmen müssten ein berechtigtes Interesse vorweisen. Dies liegt nach Ansicht von Creditreform bei Kik vor.

KiK, ein Tochterunternehmen des Einzelhandelskonzerns Tengelmann, betreibt derzeit 2700 Filialen in sechs Ländern Europas und beschäftigt rund 18 000 Mitarbeiter.

dpa

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