+
Tui hat sich mit dem Verkauf von Hapag-Lloyd vor roten Zahlen im ersten Qauretal gerettet.

Tui rettet sich vor roten Zahlen

Hannover - Der Teilverkauf seiner Reedereitochter Hapag- Lloyd hat den weltgrößten Reisekonzern TUI im ersten Quartal 2009 vor roten Zahlen gerettet.

In seinem Kerngeschäft Tourismus musste TUI aber kräftige Rückgänge bei Umsatz und Ergebnis hinnehmen, wie aus dem am Montag in Hannover veröffentlichten Zwischenbericht hervorgeht. Für das Gesamtjahr erwartet die TUI “ein positives und gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessertes Konzernergebnis“. 2008 hatte der TUI-Konzern operativ zwar ein positives Ergebnis erzielt, musste unter dem Strich aber einen Verlust von 142 Millionen Euro hinnehmen.

Im ersten Quartal erzielte TUI einen Konzerngewinn von 415 Millionen Euro nach einem Verlust von 279 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Verschuldung ging von 4,1 Milliarden Euro auf 2,6 Milliarden Euro zurück. Für das laufende Jahr setzt TUI vor allem auf den Buchgewinn von rund einer Milliarde Euro aus dem Verkauf der Mehrheit von Hapag- Lloyd. Außerdem hofft das Unternehmen auf Synergien bei der Tochter TUI Travel - sie war 2007 aus der Fusion des britischen Anbieters First Choice mit dem TUI-Reisegeschäft entstanden und hatte mit hohen Integrationskosten der TUI 2008 noch die Bilanz verhagelt.

Bisher keine negativen Auswirkungen der Schweinegrippe

Im Reisegeschäft sieht sich TUI trotz sinkender Buchungszahlen auf Kurs. Die Kürzung der Kapazitäten wegen der Wirtschaftskrise habe dafür gesorgt, dass Auslastung und Preise trotzdem “auf hohem Niveau“ gehalten werden konnten. Das operative Ergebnis (bereinigtes EBITA) war im ersten Quartal jedoch im Vergleich zum Vorjahr um gut ein Viertel auf minus 276 Millionen Euro gesunken. Gründe seien vor allem die Osterferienzeit, die in diesem Jahr ins zweite Quartal fiel, und Rückgänge wegen politischer Unruhen in Thailand, den Antillen und Madagaskar. Von der Schweinegrippe erwartet TUI keine gravierenden Auswirkungen, für genauere Einschätzungen sei es aber noch zu früh.

Die Buchungen für den Sommer entwickelten sich erwartungsgemäß, berichtete TUI. Die Gästezahl liege konzernweit 15 Prozent unter Vorjahr, die gebuchten Umsätze lägen mit 13 Prozent im Minus. Zugleich habe die TUI die Kapazitäten um 14 Prozent gesenkt. Der Umsatz in der Touristik sank im ersten Quartal um 15 Prozent auf gut drei Milliarden Euro. Zuwächse gab es im Hotelgeschäft. Der Umsatz stieg um 2 Prozent auf rund 96 Millionen Euro, das operative Ergebnis blieb mit 12,7 Millionen Euro leicht unter Vorjahreszeitraum (13,2 Millionen Euro). Eine stabile Umsatzentwicklung mit 58 Millionen Euro verzeichnete die Sparte Kreuzfahrten. Das operative Ergebnis, das im Vorjahresquartal bei 6 Millionen Euro gelegen hatte, wurde belastet durch Vorlaufkosten für die neue Marke TUI Cruises und landete bei 0,1 Millionen Euro.

Für das gesamte Jahr sei ein Verlust der Sparte von bis zu zehn Millionen Euro möglich, sagte Finanzvorstand Rainer Feuerhake bei einer Telefonkonferenz. Bei der Ende März verkauften Containerreederei Hapag-Lloyd, an der TUI vorerst noch 43 Prozent der Anteile hält, sank der Umsatz um 23 Prozent auf rund 1,1 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis der Sparte fiel von 18 Millionen Euro Gewinn im Vorjahr tief in die roten Zahlen mit minus 222 Millionen Euro. Dies liege an einer um 15 Prozent rückläufige Transportmenge und ein um 14 Prozent gesunkenes Frachtratenniveau.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Erwärmung der Ostsee könnte Heringsfischer hart treffen
Der Hering gehört zu den beliebtesten Speisefischen hierzulande. Doch Wissenschaftler warnen: Die Bestände in der Ostsee könnten wegen der Wassererwärmung drastisch …
Erwärmung der Ostsee könnte Heringsfischer hart treffen
Italien hebt Wirtschaftsprognosen an
Rom (dpa) - Italien hat seine Prognosen für die Wirtschaftsleistung in diesem und im kommenden Jahr angehoben. "Wir haben höhere und solidere Wachstumszahlen als …
Italien hebt Wirtschaftsprognosen an
Nach May-Rede: Moody's stuft Kreditwürdigkeit Großbritanniens ab
Kurz nach der Rede der britischen Premierministerin Theresa May hatte die US-Ratingagentur Moody's ihre Einschätzung der Kreditwürdigkeit Großbritanniens bereits nach …
Nach May-Rede: Moody's stuft Kreditwürdigkeit Großbritanniens ab
Autoindustrie kann Diesel-Updates steuerlich absetzen
Berlin (dpa) - Die deutsche Autoindustrie kann die Kosten für die Software-Updates bei Millionen Dieselautos steuerlich absetzen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" …
Autoindustrie kann Diesel-Updates steuerlich absetzen

Kommentare