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Der im Insolvenzverfahren steckende US-Autobauer Chrysler muss weiter um den rettenden Einstieg des italienischen Fiat-Konzerns bangen.

Weiter Tauziehen um Fiat-Einstieg bei Chrysler

New York - Nicht nur die General Motors-Tochter Opel hofft auf einen Einstieg von Fiat - auch bei Chrysler könnte der italienische Autokonzert zum Retter vor der Insolvenz werden. Die Zeit läuft Chrysler aber davon.

Der im Insolvenzverfahren steckende US-Autobauer Chrysler muss weiter um den rettenden Einstieg des italienischen Fiat-Konzerns bangen. Chrysler-Chef Robert Nardelli erwartete zwar noch vor dem Wochenende grünes Licht der US-Aufsichtsbehörden. Doch eine entscheidende Anhörung am New Yorker Insolvenzgericht musste am Freitag in eine weitere Runde gehen. Wegen einer Flut von Einwänden hatten zwei Marathonsitzungen an den beiden Vortagen kein Ergebnis gebracht.

Viele Händler, Zulieferer und Gläubiger wollen für sich mehr herausholen als der Sanierungsplan vorsieht. Selbst wenn das Gericht ihre Einwände zurückweisen und damit den Weg für Fiat zunächst freimachen sollte, sind danach noch juristische Auseinandersetzungen etwa über Berufungen zu erwarten.

Nardelli hielt zuletzt dennoch einen Abschluss des Fiat-Einstiegs noch am Freitag für möglich. Dann könnte der drittgrößte US-Autobauer laut US-Medien womöglich bereits Anfang Juni das vor rund einem Monat gestartete Insolvenzverfahren wieder verlassen. Nardelli wird dann das Steuer des Autobauers abgeben. Fiat-Chef Sergio Marchionne will es selbst übernehmen.

Fiat soll beim geplanten Verkauf der “gesunden“ Chrysler-Teile zunächst 20 Prozent am neuen Unternehmen bekommen und langfristig die Mehrheit übernehmen können. Die Gewerkschaft UAW soll anfangs 55 Prozent halten im Tausch für Milliardenforderungen ihres Gesundheitsfonds für Betriebsrentner. Den Rest bekommt der Staat.

Ein schneller Neustart wäre ein Erfolg für US-Präsident Barack Obama, der ein Verlassen der Insolvenz nach 30 bis 60 Tagen als Ziel ausgegeben hatte. Dies könnte auch die Opel-Mutter General Motors (GM) hoffen lassen. Der Insolvenzantrag des größten US-Autobauers wird für diesen Montag erwartet. Obwohl der Fall auch wegen Opel viel komplizierter als Chrysler ist, will die US-Regierung laut Berichten einen GM-Neustart binnen 60 bis 90 Tagen schaffen.

dpa

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