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Die US-Regierung will den Opel-Mutterkonzern General Motors während eines geordneten Insolvenzverfahrens mit weiteren 30 Milliarden Dollar unterstützen.

US-Regierung will weitere 30 Milliarden Dollar in GM pumpen

Detroit - Die US-Regierung will den Opel-Mutterkonzern General Motors während eines geordneten Insolvenzverfahrens mit weiteren 30 Milliarden Dollar unterstützen.

Zusätzliche 9 Milliarden Dollar sollen von der kanadischen Regierung kommen, erklärte ein hoher Regierungsvertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte, am Donnerstagabend.

Nach seiner Schätzung dürfte der Konzern 60 bis 90 Tage unter Gläubigerschutz stehen. Danach soll GM nach den Plänen des Finanzministeriums zu 72,5 Prozent den USA gehören und den größten Teil seiner Schulden von 67 Milliarden Dollar abgeworfen haben.

Aus Verhandlungskreisen hieß es, GM dürfte den Insolvenzantrag am Montag stellen, wenn das von Präsident Barack Obama gesetzte Ultimatum abläuft. Das Verfahren nach Kapitel 11 des US-Konkursrechts dürfte länger dauern als bei Chrysler. Die angestrebte Reorganisation, an deren Ende ein schlankeres und wieder gewinnträchtiges Unternehmen stehen soll, brauche wegen der Größe und Komplexität des einst größten Autokonzerns der Welt mehr Zeit, hieß es.

Die US-Regierung hat bisher bereits 19,4 Milliarden Dollar aufgebracht, um General Motors vor der Zahlungsunfähigkeit zu bewahren. Unterdessen scheint die Umschuldung des Konzerns einen Schritt voranzukommen. Ein Teil der Inhaber von GM-Schuldverschreibungen ist auf ein verbessertes Abfindungsangebot eingegangen.

In einer Stellungnahme nannte eine Gruppe großer Gläubiger, die etwa 20 Prozent der Anleihen repräsentieren, den Vorschlag zwar unfair. Sie wollten aber nicht das Risiko eingehen, das Angebot abzulehnen - allein aus der Hoffnung heraus, vor Gericht zu einem für sie günstigeren Ergebnis zu kommen, hieß es.

Eine Gruppe von Kleinanlegern äußerte sich aber weiter ablehnend. GM hat sich mit Anleihen im Umfang von insgesamt 27 Milliarden Dollar Geld sowohl bei Finanzinstitutionen wie bei Kleinanlegern beschafft. Das neue Angebot sieht vor, dass den privaten Gläubigern 10 Prozent der Anteile an einer neu gebildeten GM-Gesellschaft gehören sollen. Zudem sollen sie Bezugsrechte für weitere 15 Prozent zu Discountpreisen erhalten.

Abspaltung der “schlechten GM“

Die entscheidende Bedingung ist, dass die Gläubiger einer Übertragung der Vermögenswerte von der alten in die neue GM-Gesellschaft unter Insolvenzrecht zustimmen müssen, wie aus einer Mitteilung von GM an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Dem Vorschlag zufolge würden die “guten“ Vermögenswerte in die neue Gesellschaft übergehen, während die “schlechten“ ausgelagert würden. Das Angebot läuft am Samstag um 17.00 Uhr Ortszeit (23.00 Uhr MESZ) ab.

Nach dem Insolvenzverfahren soll das US-Finanzministerium 72,5 Prozent der Anteile an der “neuen GM“ halten, die Gewerkschaft UAW 17,5 Prozent. Für die Anleihegläubiger blieben 10 Prozent. GM könnte in dem Verfahren zahlreiche Belastungen loswerden, zum Beispiel ein viel zu großes Händlernetz. Die neue GM soll danach noch 17 Milliarden Dollar Schulden haben, 8 Milliarden Dollar davon bei der US-Regierung. Der stellvertretende GM-Chef Bob Lutz erklärte vor Journalisten in Detroit, GM werde durch die Umstrukturierung einige Altlasten los, die das Unternehmen schon seit 20 Jahren mit sich herumschleppe. “Wir werden aus dieser Sache mit einem neuen Fokus auf Produktentwicklung herauskommen“, sagte Lutz. 

ap

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