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Die krisengeschüttelte BayernLB soll eingedampft werden.

Zeitung: BayernLB wird halbiert

München - Die krisengeschüttelte BayernLB soll nach einem Zeitungsbericht ähnlich wie die Commerzbank auf beinahe die Hälfte ihrer Größe eingedampft werden.

Der Sanierungsplan sehe den Verkauf nahezu aller Tochterbanken vor, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" (Freitag) unter Berufung auf ein Gutachten im Auftrag des Verwaltungsrates. Die Bilanzsumme soll demnach von 485 Milliarden Euro im vergangenen Jahr bis 2013 auf 271 Milliarden Euro schrumpfen.

Ein BayernLB-Sprecher wollte den Bericht am Freitag nicht kommentieren, bestätigte aber, dass der Verwaltungsrat der Bank die Managementberatung Oliver Wyman beauftragt habe, das Sanierungskonzept für die Bank zu überprüfen. Die Berater hätten das Konzept befürwortet.

Die Eckpunkte des Plans hatte BayernLB-Chef Michael Kemmer bereits vorgestellt. Am 29. April reichte die Bank das Konzept bei der EU-Kommission ein, die grünes Licht für die Pläne geben muss. Wann sie ihre Entscheidung trifft, ist derzeit noch nicht bekannt. Dem Gutachten zufolge hätten die Wettbewerbshüter eine "wesentliche Verkleinerung" der BayernLB zur Vorgabe für die staatliche Rettungsaktion gemacht, hieß es in dem Bericht. Die zweitgrößte deutsche Landesbank war durch Fehlspekulationen auf dem US-Hypothekenmarkt in Schieflage geraten und musste vom Freistaat Bayern mit 10 Milliarden Euro gestützt werden. Die Erlöse aus dem Verkauf der Töchter sollten dazu verwendet werden, einen Teil dieses Geldes zurückzuzahlen, hieß es in dem Bericht.

Bereits bekannt war, dass die Töchter der Bank in Österreich und Ungarn, nämlich die Hypo Group Alpe Adria (HGAA) und die MKB-Bank, umstrukturiert und mittelfristig kapitalmarktfähig gemacht werden sollen. Damit hatten sich Verkaufspläne bereits angedeutet. Außerdem will die Bank ihre Risikoaktiva drastisch um rund 70 Milliarden Euro zurückfahren, ihr Geschäft bündeln und zentral steuern sowie Auslandsstandorte verkleinern oder ganz schließen. Die Schrumpfkur geht auch mit dem Abbau tausender Arbeitsplätze einher.

Nach dem Zeitungsbericht stehen die SaarLB in Saarbrücken, die LBLux in Luxemburg und die GWB Immobilien AG in München auf der Verkaufliste der BayernLB. Sie sollten kurzfristig abgestoßen werden. Über die SaarLB laufen bereits Gespräche mit dem Saarland. Die saarländische Landesregierung ist daran interessiert, dass die Bank wieder eigenständig wird. Bis 2013 oder 2014 sollten laut Sanierungsplan auch die HGAA in Österreich und die MKB in Ungarn abgegeben werden, berichtete die "SZ".

In dem Gutachten von Oliver Wyman heißt es laut "SZ", die auf Dauer angestrebte "Lebensfähigkeit" der BayernLB sei "nicht gleichzusetzen mit der vollständigen Rückführung der Beihilfe". Wie viel der Freistaat durch den Verkauf der Tochterbanken der BayernLB einnehme, hänge vor allem davon ab, wie lange die Rezession dauere und wie sich die Finanzmärkte entwickelten.

Die BayernLB war nach einem Rekordverlust von gut fünf Milliarden Euro 2008 im ersten Quartal wieder in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Von Januar bis März verbuchte die Bank einen operativen Gewinn von rund 550 Millionen Euro. Die Grünen im Bayerischen Landtag befürworteten die Schrumpfkur für die BayernLB. Die Landesbank müsse sich "von allem Ballast lösen, der das Risiko für den Staatshaushalt weiter erhöht", erklärte ihr finanzpolitischer Sprecher Eike Hallitzky. Die Reduzierung der Geschäftstätigkeit könne allerdings nur ein erster Baustein sein. "Aus unserer Sicht ist das von der Staatsregierung angestrebte Konzept einer eigenständigen Landesbank auf Dauer nicht zukunftsfähig." Daher sollten möglichst Fusionsverhandlungen mit anderen Landesbanken aufgenommen werden.

dpa

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