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Das Vieh in Laufställen, die Gülle in einem Schwung aufs Feld: Vierorts werden in Deutschland die Grenzwerte für Nitrat im Wasser überschritten.

Preissteigerung bis zu 45 Prozent möglich

Zu viel Gülle: Trinkwasser wird wohl deutlich teurer

Laut einer Studie des Umweltbundesamt werden in 27 Prozent der Grundwasservorkommen die zulässigen Grenzwerte für Nitrat überschritten. Folge ist wohl eine massive Preissteigerung beim Trinkwasser.

Berlin - Die intensive Landwirtschaft sorgt für immer mehr Probleme beim Trinkwasser. Deutschlandweit werden in derzeit 27 Prozent der Grundwasservorkommen die zulässigen Grenzwerte für die Nitratbelastung laut Umweltbundesamt überschritten. Deshalb müssen Wasserversorger zunehmend zu teuren Aufbereitungsmethoden greifen. Als Folge könnten sich die Trinkwasserkosten um 55 bis 76 Cent pro Kubikmeter erhöhen - das entspreche einer Preissteigerung von 32 bis 45 Prozent.

134 Euro mehr pro Jahr fürs Trinkwasser?

Eine vierköpfige Familie müsste dann bis zu 134 Euro im Jahr mehr bezahlen. "Mit den Neuregelungen in der Düngeverordnung wurden lange überfällige Schritte eingeleitet, die hoffentlich die Belastungen so weit senken, dass den Trinkwasserkunden die teure Aufbereitung erspart bleibt", erklärte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. Wichtig seien nun aber die konsequente Umsetzung der Verordnung und verstärkte Kontrollen in den betroffenen Regionen.

Gerade in Gebieten mit landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen ist das Grundwasser den Angaben zufolge belastet. Grund seien die auf den Feldern aufgebrachten Gülle und Mist aus der intensiven Tierhaltung sowie Mineraldünger für beispielsweise Obst- und Gemüseanbau.

Greenpeace und BUND fordern Konsequenzen

Umweltverbände haben angesichts der neuerlichen Warnungen vor der hohen Nitratbelastung des Grundwassers strengere Düngegesetze gefordert. „Die Konsequenz aus diesen Warnungen sollte lauten: weniger Billigfleisch produzieren, die Düngegesetze deutlich verschärfen und wirksam kontrollieren“, sagte Greenpeace Landwirtschaftsexpertin Christiane Huxdorff am Samstag.

Der BUND forderte ebenfalls Maßnahmen. „Es ist inakzeptabel, dass die Wasserwerke und letztlich die Verbraucher hunderte Millionen Kosten tragen müssen, weil die Gewässer in Deutschland mit Düngemitteln belastet sind“, teilte Verbandschef Hubert Weiger am Samstag mit.

Bereits zu Jahresbeginn hatte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ebenfalls vor deutlich steigenden Wasserpreisen gewarnt, die EU war Ende 2016 ebenfalls bereits gegen Deutschland vorgegangenen. Im Frühjahr hatte der Bundestag das Düngerecht verschärft. Umweltschützer halten das aber nicht für ausreichend.

Lesen Sie auch: Neuer „Wasserpakt“ soll Gewässerschutz in Bayern verbessern

AFP/dpa

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