+
GM kämpft wegen fehlerhafter Zündschlösser, die in voller Fahrt in die Aus-Position zurückspringen können, mit Millionen von Rückrufen und hohen Entschädigungsforderungen. Foto: Uli Deck

Zündschloss-Skandal: GM schließt 900-Millionen-Vergleich

Die Pannenserie wegen defekter Zündschlösser, die zu über 100 Toten geführt haben soll, kommt den größten US-Autohersteller General Motors (GM) teuer zu stehen. Das Unternehmen hat einen milliardenschweren Vergleich akzeptiert.

New York/Detroit (dpa) - General Motors (GM) zahlt Hunderte Millionen, um sich von strafrechtlichen Konsequenzen im Skandal um defekte Zündschlösser freizukaufen.

Der größte US-Autobauer hat einem Vergleich über 900 Millionen Dollar (795 Mio Euro) zugestimmt, wie das US-Justizministerium bestätigte.

"Fast zwei Jahre lang hat GM es nicht nur versäumt, den tödlichen Defekt offenzulegen, sondern sich auch - wie die Ermittlungen des Justizministeriums zeigen - aktiv bemüht, der US-Verkehrsaufsicht NHTSA und der Öffentlichkeit die Wahrheit vorzuenhalten", sagte Bundesanwalt Preet Bharara bei einer Pressekonferenz in New York.

GM habe eingestanden, bei der Pannenserie, die mit über 100 Todesfällen in Verbindung gebracht wird, irreführende Angaben gemacht zu haben. Die Opel-Mutter kämpft wegen fehlerhafter Zündschlösser, die in voller Fahrt in die Aus-Position zurückspringen können, mit Millionen von Rückrufen und hohen Entschädigungsforderungen.

"Die Fehler [...] hätten niemals passieren dürfen. Wir haben uns entschuldigt und wir tun es heute nochmal", erklärte GM-Chefin Mary Barra in einer Stellungnahme.

GM kündigte in einer Mitteilung zudem eine Sonderbelastung in Höhe von 575 Millionen Dollar im dritten Quartal für die Beilegung von Zivilklagen an. Damit würden Schadenersatzansprüche in etwa 1380 Verletzungs- und Todesfällen im Zusammenhang mit den Zündschloss-Defekten abgedeckt.

Der japanische Konzern Toyota hatte im März 2014 wegen klemmender Gaspedale und rutschender Fußmatten im Rahmen eines Vergleichs 1,2 Milliarden Dollar zahlen müssen, um ein Strafverfahren abzuwenden. GM hatte betont, bei den strafrechtlichen Untersuchungen in vollem Umfang mit den Ermittlern zu kooperieren.

GM-Mitteilung

Unterlagen der Ermittler

GM-Stellungnahme

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

US-Ölriese ExxonMobil verdoppelt Gewinn
Ist die Durststrecke der Ölmultis überwunden? Die beiden US-Branchenriesen Exxon und Chevron zumindest erzielen dank der gestiegenen Ölpreise nach langer Talfahrt wieder …
US-Ölriese ExxonMobil verdoppelt Gewinn
Teilzeitboom in Deutschland - Nicht immer freiwillig
Immer mehr Menschen arbeiten in Teilzeitjobs - viele freiwillig. Doch Frauen stecken aus Sicht von Ökonomen auch oft in der Teilzeitfalle fest. Zum 1. Mai dürfte das …
Teilzeitboom in Deutschland - Nicht immer freiwillig
GM weitet Verluste in Europa vor Opel-Verkauf aus
Für den größten US-Autobauer General Motors dauert die Leidenszeit in Europa an. Der Verkauf von Opel und Vauxhall an Peugeot ist zwar schon vereinbart, doch noch …
GM weitet Verluste in Europa vor Opel-Verkauf aus
Ausland hat großes Interesse an Hannover Messe
Hannover (dpa) - Die Hannover Messe ist bei ausländischen Besuchern beliebt. In diesem Jahr stieg die Zahl der Gäste aus dem Ausland um rund 10 000 im Vergleich zu 2015 …
Ausland hat großes Interesse an Hannover Messe

Kommentare