Deutsche Journalistin Mesale Tolu kommt aus türkischem Gefängnis frei - doch es gibt zwei Auflagen

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Beim Blick ins Sparschwein oder -buch ist immer weniger Deutschen zum Lachen zumute.

Weltspartag unter dem Eindruck von Niedrigzinsen

Zufriedenheit sinkt: Das sind die großen Sorgen der Sparer

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München - Heute ist Weltspartag, doch die Deutschen sind längst keine Sparweltmeister mehr! Der Blick aufs eigene Bankkonto stimmt die Mehrheit recht zufrieden - noch ...

Das anhaltende Zinstief hat dem ohnehin schon in Ungnade gefallenen klassischen Sparbuch den Rest gegeben. Schließlich ist es mittlerweile ähnlich lukrativ, sein Geld unter der Matratze oder im Sparschwein zu horten – zumal die Deutschen mittlerweile selbst der Sicherheit der Anlage bei einer Bank misstrauen. Wie es um unsere Spargewohnheiten steht, hat der Deutsche Sparkassen- und Giroverband in seinem aktuellen Vermögensbarometer untersucht.

Der Blick aufs eigene Bankkonto stimmt die Mehrheit der Bundesbürger recht zufrieden. 52 Prozent bewerten ihre gegenwärtige finanzielle Situation einer Umfrage zufolge als gut bis sehr gut. Noch muss man sagen, denn der Trend zeigt nach unten. Im Vergleich mit den Vorjahren nimmt der Anteil der Zufriedenen deutlich ab. 2015 waren es noch 56 Prozent, 2014 sogar 58 Prozent. Das geht aus dem aktuellen Vermögensbarometer des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) hervor, für den 1810 Bürger befragt wurden.

Dabei sind Männer zufriedener (55 %) als Frauen (50 %) – und optimistischer. Bei Frauen zwischen 50 und 70 sind sogar nur 48 Prozent mit ihrer finanziellen Situation zufrieden (vier Prozent weniger als im Durchschnitt). Diese Gruppe hält sich auch in Sachen Konsum und Kreditaufnahme wesentlich stärker zurück als die übrige Bevölkerung. Weil ihr hohes Sicherheitsbedürfnis angesichts der aktuellen Nullzinsen keine rentable Geldanlage ermöglicht, wollen 22 Prozent künftig weniger sparen.

Nullzins – das heißt aber nicht, dass die Menschen insgesamt mehr Geld ausgeben. Im Gegenteil: 75 Prozent geben an, dass sie ihr Konsumverhalten nicht verändert haben und dies auch künftig nicht tun wollen. Und bei den 25 Prozent, die ihr Konsumverhalten geändert haben, überwiegt der Anteil derer, die sich eingeschränkt haben oder künftig einschränken wollen!

Das Sicherheitsbedürfnis wächst. Nannten 2015 noch 50 Prozent die Sicherheit als eines der drei wichtigsten Kriterien für ihre Geldanlagen, sind es 2016 schon 57 Prozent.

Besorgniserregend: 36 Prozent der Bürger sparen monatlich nichts für die Altersvorsorge an, bei den Jüngeren zwischen 14 und 29 Jahren ist es sogar die Hälfte. Und bei denjenigen, die vorsorgen, sind die Sparraten im Vergleich zu den Vorjahren gesunken. Zudem zweifelt rund die Hälfte der Vorsorgenden, ob ihre Maßnahmen auch wirklich die gewünschte finanzielle Absicherung bringen.

Niedrig- bzw. Nullzins machen der Bevölkerung die größten Sorgen für die finanzielle Zukunft. Der Anteil der Menschen, die die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank als ihre Hauptsorge nennen, ist 2016 sprunghaft gestiegen – um 17 auf 58 Prozent!

Nur noch 27 Prozent der Menschen vertrauen darauf, dass ihre Bankguthaben sicher sind. Vor einem Jahr waren es noch zehn Prozent mehr.

Mehr Rendite für mehr Risiko? Das ist nur noch für rund zehn Prozent der Bevölkerung ein Thema. Sie wären bereit, ihre Geldanlagen entsprechend umzuschichten. 2014 waren noch 23 Prozent zu diesem Schritt bereit. Ob als probates Mittel, bei der Geldanlage der Zinsflaute zu entgehen, oder als Altervorsorge: Die Mehrheit der Deutschen setzt auf Immobilien und dabei verstärkt auf das selbst genutzte Eigentum. 53 Prozent haben sich dafür entschieden!

Wie die Deutschen fürs Alter vorsorgen

Frage: Welche Möglichkeiten nutzen Sie bereits, um ihre Situation im Alter zu sichern oder zu verbessern? (Angaben in Prozent der Befragten/Mehrfachnennung möglich)

2016

2015

Selbst genutzte Immobilie

53

54

Rücklagen auf dem Sparbuch

47

48

Lebensversicherung

47

52

Bausparvertrag

43

40

Betriebliche Altersvorsorge

40

45

Rentenversicherung

37

52

Tagesgeld

22

27

Riester-Rente

22

23

Festgeld

20

24

Investmentfonds

18

20

Aktien

17

23

Fremd genutzte Immobilie

15

17

Festverzinsliche Wertpapiere

12

15

Edelmetalle

7

10

Immobilienfonds

7

9

Rürup-Rente

2

2

Vermögensaufbau – die wichtigsten Faktoren

Frage: Welches sind für Sie die drei wichtigsten Faktoren beim Vermögensaufbau? (Angaben in Prozent der Befragten/Mehrfachnennung möglich)

2016

2015

Sicherheit

57

50

Flexibilität

40

38

Verfügbarkeit

36

31

Lebens-/Familienplanung

23

19

Hohe Rendite

22

27

Vererbbarkeit

22

19

Steuerliche Aspekte

21

21

Erhalt ökolog., wirtschaftl. und gesellschaftlicher Ressourcen

14

17

Hinterbliebenenschutz

12

13

Erfahrung/Vertrautheit mit dem Produkt

9

8

Verrentungsmöglichkeit

7

8

Öffentliche Förderung

6

9

Null Zinsen – das lässt viele verzweifeln

Frage: Welche aktuelle Entwicklung bereitet Ihnen bei der Vermögensbildung die größte Sorge? (Angaben in Prozent/Mehrfachnennung möglich)

2016

2015

2014

Zinsen/Geldpolitik

58

41

45

Euro/Europa

5

15

5

Wirtschaft

2

3

5

Persönliches

3

1

3

Staat

3

5

11

Banken

2

2

5

Politische Lage

2

3

4

Sonstiges

2

3

3

Keine Sorgen

26

34

26

Keine Angabe

2

1

5

Quelle: Vermögensbarometer 2016 des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes

Wolfgang de Ponte

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