Zugpferd neue Technologie: IT-Firmen wieder optimistisch

- München - Softwarefirmen und IT-Dienstleister setzen sich in Deutschland an die Spitze des Wachstums. Trotz Preisverfalls beim mobilen Telefonieren ist die Branche zur Fachmesse Systems in München wieder optimistisch.

Die Informations- und Kommunikationstechnologie bleibt das Zugpferd einer schwächelnden deutschen Wirtschaft. "Die Stimmung ist gut und besser als in den beiden Jahren zuvor", fasste der Geschäftsführer des Branchenverbands Bitkom, Bernhard Rohleder, die Befindlichkeiten der Konzerne im Vorfeld der Fachmesse Systems zusammen.

Obwohl der Bitkom die Wachstumsraten für heimische Hard- und Softwarefirmen für dieses Jahr auf 2,6 Prozent leicht nach unten korrigiert hat, bleibe die Branche in einer Dimension, von der andere Teile der deutschen Wirtschaft nur träumen können. Softwarehersteller würden mit Wachstumsraten über vier Prozent vom technologischen Wandel profitieren, der Hardware-Produkte immer mehr durch Computerprogramme ersetzt, sagte Rohleder.

Auch IT-Dienstleister kämen durch Outsourcing und Datendienste auf ähnliche Zuwächse. Gebremst werde der Aufschwung der Branche einzig durch einen Preisverfall bei Mobilfunktarifen, der sich zur Freude von Verbrauchern wohl das ganze nächste Jahr noch fortsetzen werde.

Deshalb sagt Bitkom der hiesigen Branche für 2006 ein 2,4-prozentiges Umsatzwachstum auf über 137 Milliarden Euro voraus. Im europäischen Vergleich haben sich deutsche Anbieter von IT-Diensten und IT-Produkten aber schon dieses Jahr beim Wachstum wieder ins Mittelfeld vorgearbeitet. Die rote Laterne habe Deutschland zumindest bei dieser Zukunftsindustrie damit abgegeben, betonte Rohleder. Heimischen Firmen komme dabei zugute, dass mit der EU-Osterweiterung wahre Boommärkte in den eigenen Einflussbereich gekommen sind.

Im Zuge dessen würden zwar auch Stellen gen Osten verlagert, was aber wegen gestiegener Geschäftsvolumen hierzulande neuen Aufbau auslöse. Insgesamt sei der Stellensaldo in den Firmen sogar positiv, hat Bitkom ermittelt.

Auch die Münchner Messemacher spüren, dass es mit der Branche hierzulande wieder aufwärts geht. Erstmals seit fünf Jahren verzeichne die Systems 2005 steigende Ausstellerzahlen, sagte Messe-Geschäftsführer Klaus Dittrich. Mit 1260 Firmen hätten sich 2,4 Prozent mehr angemeldet als voriges Jahr. Deshalb sei er auch optimistisch, dass wie 2004 mindestens wieder 66 000 Fachbesucher während der kommenden Montag beginnenden fünf Messetage in die Hallen kommen. Die Systems habe sich während des Absturzes der Branche neu positioniert, strikt auf IT-Geschäfte unter Firmen konzentriert und deshalb im Gegensatz zu anderen Branchenschauen überlebt, betonte Dittrich. Die schwierigen Jahre hält er für überwunden. Der Messemanager plant auch für die Zukunft wieder mit weiterem Wachstum für die Systems.

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