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Wie wird die Zukunft der Supermarktkette aussehen?

Steht Handelskette vor der Zerschlagung?

Zukunft von Kaiser's Tengelmann ist ungewisser denn je

Mülheim/Ruhr - Das Bangen für Tausende Beschäftigte geht zunächst weiter. Ein Krisengipfel am Donnerstagabend brachte keinen Durchbruch, nun richten sich die Blicke auf den Aufsichtsrat der angeschlagenen Handelskette.

Die Zukunft von Kaiser's Tengelmann ist ungewisser denn je. Nachdem ein Krisengipfel am Donnerstagabend keinen Durchbruch brachte, will der Aufsichtsrat von Tengelmann am Freitag die Lage der angeschlagenen Supermarktkette beraten. Das Gremium könnte dann die Weichen für eine Zerschlagung der tiefrote Zahlen schreibenden Supermarktkette stellen, hieß es zuletzt in informierten Kreisen. Nach Einschätzung von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) wären damit bis zu 8000 Arbeitsplätze gefährdet.

Am Donnerstagabend hatten sich die Chefs der Handelsketten Edeka, Tengelmann und Rewe mit Vertretern der Gewerkschaft getroffen, um über die Zukunft der Kette mit über 15 000 Arbeitsplätzen zu beraten. Nach drei Stunden vertagte sich die Runde. Das Gespräch sei konstruktiv gewesen. Man sei sich einig, „die Gespräche zeitnah fortzuführen“. Ein Termin oder Ort wurde dafür aber nicht genannt.

Zeichen stehen für Zerschlagung

Ziel sei es, „eine für alle Beteiligten und die Beschäftigten von Kaiser's Tengelmann tragfähige, gemeinsame Lösung zu finden.“ Inhalte des Treffens drangen nicht nach außen. Doch schon vor dem Treffen standen die Zeichen für die Supermarktkette auf Zerschlagung - der Komplettverkauf an Marktführer Edeka schien immer unwahrscheinlicher.

Rewe-Chef Alain Caparros, der das Geschäft vor Gericht hatte stoppen lassen, warb zuvor noch einmal für eine Aufteilung der über 400 Standorte unter den Wettbewerbern. Die Arbeitsplätze könnten trotzdem erhalten werden, und die wettbewerbsrechtlichen Bedenken wären vom Tisch. Auch andere Konzerne wie Tegut oder Norma äußerten erneut Interesse an Kaiser's-Filialen.

Der Betriebsrat von Kaiser's Tengelmann fordert den Erhalt der defizitären Supermarktkette. „Statt Zerschlagungsszenarien brauchen wir ein Fortführungskonzept das trägt, bis die Gerichte entschieden haben, oder es eine Einigung aller Beteiligten gibt“, sagte Manfred Schick, Aufsichtsratsmitglied und Betriebsratsvorsitzender der Region München/Oberbayern, der „Wirtschaftswoche“. Für die Lage macht Schick auch Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub verantwortlich: „Klar trägt der Eigentümer Verantwortung für die Lage.“

Gabriel hebelt Veto des Kartellamts aus

Branchenprimus Edeka sowie Kaiser's Tengelmann hatten die Fusion vor etwa zwei Jahren beschlossen. Das Bundeskartellamt legte wegen Wettbewerbsbedenken sein Veto ein, das Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) über eine sogenannte Ministererlaubnis aushebelte. Unter anderem Rewe hatte beim Oberlandesgericht Düsseldorf Beschwerde gegen die Erlaubnis eingelegt und vorläufig recht bekommen. Damit liegt der Deal auf Eis und droht wegen langwieriger juristischer Auseinandersetzungen zu platzen.

Haub hat wegen des langen Tauziehens um die Übernahme mit einem Aus für Kaiser's Tengelmann gedroht. Die Kette verbucht hohe Verluste, Personal geht von Bord, Vermieter verlängern Verträge nicht.

dpa

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