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Die Zukunft von Kaiser's Tengelmann ist weiter offen.

Dritte Schlichtungsrunde

Zukunft von Kaiser's Tengelmann offen: Keine Einigung in Sicht

Düsseldorf - Die Beschäftigten von Kaiser‘s Tengelmann müssen weiter um ihre Jobs zittern. Die Schlichtungsverhandlungen unter Leitung von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder sollen erst am Montag fortgesetzt werden.

Neuer Anlauf zur Rettung möglichst vieler Arbeitsplätze bei der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann. Am Montag wollen sich die Chefs von Tengelmann, Edeka und Rewe unter Leitung von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder zu einer dritten Schlichtungsrunde zusammensetzen.

Noch ist die Zukunft der Supermarktkette mit ihren 15.000 Beschäftigten bleibt offen. Nach dpa-Informationen vom Wochenende sind vor einer Einigung zwischen Rewe, Edeka und Tengelmann weiter hohe Hürden zu überwinden. Es gebe noch keine Einigung zu den Kaiser's-Tengelmann-Filialen in Berlin und Bayern, sagte ein Insider am Sonntag der dpa. Auch zu den Filialen in Nordrhein-Westfalen liegen die Vorstellungen nach diesen Informationen noch weit auseinander.

„Es gibt keine Einigung“

Zuvor hatte die Zeitung „Bild am Sonntag“ berichtet, die Chancen auf eine Einigung seien gestiegen, und Edeka-Chef Markus Mosa und Rewe-Chef Alain Caparros hätten sich weitgehend auf eine Aufteilung der Filialen in Berlin und Bayern verständigt. Demnach erhalte Rewe den Großteil der Läden in der Hauptstadt, Edeka im Gegenzug fast alle Filialen in Bayern. Keine Einigung gebe es hingegen beim Standort Nordrhein-Westfalen. Ein Rewe-Sprecher sagte der dpa am Sonntag zu dem Bericht: „Es gibt keine Einigung.“

Die rund 15.000 Beschäftigten der Supermarktkette müssen damit weiter um ihre Arbeitsplätze bangen. Am Donnerstag hatte auch ein zweites Treffen der Chefs von Tengelmann, Edeka und Rewe unter Vermittlung Schröder nicht zu einer Einigung geführt.

Betriebsräte sehnen derweil einen Durchbruch herbei. „Wir hoffen, dass es am Montag eine Lösung gibt. Wenn es Dienstag wird, bin ich auch nicht traurig, aber allen Beteiligten ist klar, dass die Zeit drängt“, sagte der Betriebsratschef von Kaiser's Tengelmann in Nordrhein-Westfalen, Rainer Schroers, der „Wirtschaftswoche“.

400 Filialen in München und Oberbayern

Vor Beginn der Gespräche waren die Positionen der beiden Parteien denkbar weit voneinander entfernt. Während Rewe-Chef Caparros öffentlich „einen großen Teil des Filialnetzes“ von Kaiser's Tengelmann für sein Unternehmen forderte, favorisierten Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub und Edeka-Chef Mosa eine Komplettübernahme durch Edeka.

Kaiser's Tengelmann beschäftigt heute in gut 400 Filialen in München und Oberbayern, im Großraum Berlin und im Rheinland noch rund 15.000 Mitarbeiter. Doch schreibt die Supermarktkette schon seit der Jahrtausendwende rote Zahlen. Miteigentümer Karl-Erivan Haub hatte deshalb vor zwei Jahren beschlossen, das Unternehmen Edeka zu verkaufen.

dpa

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