Zukunftstechnik "made in China" - Deutsche Forscher hinken hinterher

Studie: - München - Deutschland hinkt bei der Entwicklung von Zukunftstechnologien laut einer Studie zusehends hinterher. Die Bundesrepublik zählt zwar in industriellen Bereichen wie dem Automobilbau oder der Energiegewinnung zur Weltspitze, wie die Boston Consulting Group (BCG) bei einer Auswertung von Patentstatistiken festgestellt hat.

 In den Wachstumsfeldern von morgen wie der Computertechnologie, Mikroelektronik oder der medizinischen Biotechnologie liegen die Deutschen im internationalen Vergleich nach Angaben der Unternehmensberatung aber zurück.

"Je rasanter die Entwicklung auf einem Forschungsfeld ist, umso schwächer ist die deutsche Position", sagte BCG-Geschäftsführer Peter Strüven bei der Vorstellung der Studien-Ergebnisse in Berlin. Aus manchen Forschungsfeldern habe sich Deutschland nahezu komplett verabschiedet. Stattdessen kommen laut den Beraten immer mehr Innovationen aus Asien. Vor allem China wird Deutschland in den nächsten Jahren im Innovations-Wettbewerb Konkurrenz machen: 2013, so wird prognostiziert, hat das Reich der Mitte die Bundesrepublik bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung eingeholt.

Ursache für den Rückstand von Deutschland in manchen Zukunftsbranchen ist nach Meinung von BCG die mitunter wenig zielgerichtete Förderung von Projekten durch Bund und Länder sowie das zu schmale Forschungsbudget. Im Jahr 2004 wurden nach in Deutschland rund 52 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben, wie es in der Untersuchung heißt. In den USA waren es dagegen etwa 241 Milliarden Euro und in Japan immerhin 112 Milliarden Euro. "Unter diesen Bedingungen werden gute Forscher ins Ausland abwandern", warnte BCG-Chef Strüven.

Deutsche Forschungseinrichtungen unterstützen die Forderung der BCG nach einer Steigerung der Forschungsausgaben. "Wir begrüßen das", erklärte eine Sprecherin der Deutschen Forschungsgemeinschaft gegenüber unserer Zeitung. Die Erkenntnisse der Studie seien korrekt. Auch der Präsident der Technischen Universität München, Wolfgang Herrmann, sprach sich dafür aus, die deutschen Forschungsausgaben zu erhöhen: "Die Aufholjagd in China und Singapur ist geradezu furchterregend", sagte Herrmann auf Nachfrage. Zugleich forderte der TU-Chef, die Zusammenarbeit zwischen deutschen Universitäten und der Wirtschaft zu verbessern.

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