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Das Urteil gegen den früheren Postchef Klaus Zumwinkel will das Landgericht Bochum heute sprechen.

Zumwinkel-Prozess: Ankläger fordert Bewährung plus Geldauflage

Bochum - Im Steuerstrafprozess gegen den ehemaligen Postchef Klaus Zumwinkel hat die Staatsanwaltschaft vor dem Bochumer Landgericht eine zweijährige Bewährungsstrafe beantragt.

Außerdem soll Zumwinkel eine Geldbuße von einer Million Euro an die Staatskasse zahlen. Zumwinkels Anwalt beantragte eine “deutliche mildere“ Strafe.

Oberstaatsanwalt Gerrit Gabriel kritisierte am Montag Zumwinkels Steuerhinterziehung heftig. Auch wenn der ehemalige Postmanager seine Steuern gezahlt hätte, hätte er noch als reich gegolten, betonte er. Zumwinkel hatte bereits am ersten Verhandlungstag gestanden, einen Teil seines Vermögens in einer Liechtensteiner Stiftung deponiert und dadurch knapp eine Million Euro Steuern hinterzogen zu haben.
Es habe sich nicht um eine spontane Tat gehandelt, sagte der Ankläger.

Die Steuerhinterziehung sei sorgfältig geplant gewesen. Bei der Zumessung des Strafmaßes müsse allerdings berücksichtigt werden, dass Zumwinkel einen erheblichen Ansehensverlust habe hinnehmen müssen. Außerdem sei er “extrem kooperationsbereit“ gewesen und habe insgesamt rund 3,9 Millionen Euro an Steuern, Zinsen und Gebühren zurückgezahlt. Bei dieser Summe sind auch Steuerhinterziehungen berücksichtigt, die strafrechtlich wegen Verjährung keine Rolle mehr spielen.

Verteidiger Hanns Feigen entgegnete, es müsse vor allem die - wie er sagte - “mediale Hinrichtung“ seines Mandanten berücksichtigt werden. Zumwinkel selbst verzichtete auf eine abschließende Stellungnahme.
Das Urteil soll am Nachmittag (1430) gesprochen werden.

dpa

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