Zuversicht vor zweiter Runde der Chemie-Tarifverhandlungen

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Lahnstein (dpa) - Die Gewerkschaft IG BCE geht zuversichtlich in die bundesweiten Tarifverhandlungen für die rund 550 000 Beschäftigten der Chemieindustrie am kommenden Dienstag. In Lahnstein bei Koblenz gehen die Verhandlungen in die zweite Runde.

"Es gibt Signale der Arbeitgeberseite, das man zu vernünftigen Verabredungen bereit ist", sagte IG BCE-Vorsitzender Hubertus Schmoldt in einem Interview der "Neuen Presse" in Hannover (Samstag). Die Gewerkschaft fordert unter anderem sieben Prozent mehr Geld für die Chemie- Beschäftigten. Schmoldt betonte, die IG BCE dringe zudem auf einen gleitenden Übergang in den Ruhestand - "ohne zu große finanzielle Einbußen".

Auch die Arbeitgeber bekräftigten ihren Einigungswillen, obwohl die Positionen nach Angaben beider Seiten noch weit auseinanderliegen. "Diese Differenzen wollen wir in den anstehenden Verhandlungen überwinden", sagte der Verhandlungsführer des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie, Hans-Carsten Hansen, am Freitag in Wiesbaden. Der Verhandlungsführer der Gewerkschaft IG BCE, Werner Bischoff, hatte am Vortag erklärt: "Wir fahren zuversichtlich zu den Verhandlungen nach Lahnstein."

Am ersten April waren die Verhandlungen nach der ersten Runde in Hannover vertagt worden. Die Gewerkschaft hatte dort neben der Erhöhung der Entgelte, ein Anschlussabkommen für den Ausbildungs- Tarifvertrag und einen neuen Tarifvertrag zur Lebensarbeitszeit mit einer Zusammenführung von Altersteilzeit, Teilrente und Langzeitkonten gefordert. Die Arbeitgeber hatten kein Angebot vorgelegt. Während die Gewerkschaft angesichts der wirtschaftlichen Lage Spielräume für eine kräftige Erhöhung der Entgelte sieht, appellieren die Arbeitgeber, der Tarifkompromiss müsse auch in schwierigen Zeiten bezahlbar bleiben.

"Unsere Branche ist von den weltwirtschaftlichen Risiko-Faktoren wie den rasant steigenden Energie- und Rohstoffpreisen besonders betroffen", sagte Hansen am Freitag. Bischoff betonte, es gehe seiner Gewerkschaft vor allem auch um ein "akzeptables Gesamtpaket". Die IG BCE will einen höheren Abschluss als 2007 erzielen. Im vergangenen Jahr war eine Anhebung der Entgelte um 3,6 Prozent und eine Einmalzahlung von 0,7 Prozent vereinbart worden. Für die Verhandlungen in Lahnstein sind zwei Tage veranschlagt.

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