Zuzug sorgt für Wohnungsknappheit

- München - Das eigene Haus droht für Durchschnittsverdiener im Raum Oberbayern zum unerfüllbaren Traum zu werden. Die Preise für Wohneigentum steigen nach Prognosen des bayerischen Sparkassenverbandes und der Bayerischen Landesbausparkasse (LBS) in den Wachstumsregionen bis 2006 drastisch. Auslöser ist eine Bedarfslücke von hunderttausenden Immobilien.

<P>Den erwarteten Ansturm auf die Wohnungen erklärte LBS-Chef Franz Wirnhier vor allem mit dem Zuzug von Arbeitskräften nach Oberbayern, "wenn Wachstum und Beschäftigung wieder zulegen". Unter den zehn deutschen Landkreisen mit der stärksten Zuwanderung sind nach einer aktuellen Studie gleich vier oberbayerische Kommunen: Erding (Platz 1), Freising (Platz 3), Ebersberg (Platz 5) und Landsberg am Lech (Platz 10).<BR><BR>Doch auch die Preise in den ohnehin stark nachgefragten Gebieten wie Stadt und Landkreis München oder Starnberg dürften weiter steigen. Denn nicht nur die Zahl der Privathaushalte nimmt weiter zu, der Einzelne nutzt auch immer mehr Wohnfläche. 2003 waren es mit 42,5 m2 pro Einwohner 5 m2 mehr als noch vor zehn Jahren.<BR><BR>Nach Schätzungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung und anderer Experten werden die Bundesbürger 2005 und 2006 jeweils bis zu 350 000 Neubauten benötigen. In diesem Zeitraum entstehen jedoch nach einer LBS-Prognose höchstens 250 000 Wohnungen pro Jahr. Die Zahl der Neubauten ging bereits 2003 um 7,4 % auf 268 000 zurück. Und durch Abrisse oder Zusammenlegungen fallen jährlich bis zu 180 000 Einheiten weg. "In den Ballungsgebieten werden Haushalte mit mittlerem Einkommen Wohneigentum aus eigener Kraft kaum noch erwerben können", mahnte deshalb der Chef des Sparkassenverbandes, Siegfried Naser.<BR><BR>Im vergangenen Jahr erlebten die Käufer im Freistaat indes keine böse Überraschung: Die Immobilienpreise blieben stabil. Aus steuerlichen Gründen sei der Markt für Kapitalanleger kaum noch attraktiv, sagte Naser. "Die monatelange Diskussion über den möglichen Wegfall der Eigenheimzulage hat aber viele Eigennutzer zum Kauf bewogen." So wechselten 2003 Immobilien im Wert von 25,35 Milliarden Euro den Besitzer (Vorjahr: 24,74 Milliarden).<BR><BR>Eine gebrauchte Eigentumswohnung kostete laut Sparkassenverband im Schnitt 103 000 Euro (-5 %), gebrauchte Häuser 181 000 Euro (-2 %). Neue Eigentumswohnungen legten auf 187 000 Euro zu (+1 %), neue Häuser lagen weiterhin bei 252 000 Euro.<BR><BR>Von Region zu Region waren die Unterschiede beträchtlich: Während ein gebrauchtes Einfamilienhaus im oberfränkischen Wunsiedel bereits ab 60 000 Euro zu haben war, musste der Käufer in München mindestens 500 000 Euro hinblättern.</P><P> </P>

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