+
Die neuen Beschwerden könnten auch für Verkehrsminister Ray LaHood unangenehme Fragen nach sich ziehen.

Zweifel an Toyota-Reparaturen

New York/Washington - Klemmende Pedale forderten 52 Todesopfer. Toyota beorderte daraufhin Millionen Autos zur Reparatur. Doch die Besitzer klagen, dass ihre Wagen immer noch ohne Zutun beschleunigen.

Lesen Sie dazu auch:

Hinterbliebene verklagen Toyota

Repariert und doch nicht sicher? Toyota-Besitzer, deren Autos bereits wegen klemmender Gaspedale oder rutschender Fußmatten in der Werkstatt waren, klagen darüber, dass die Wagen immer noch ohne ihr Zutun beschleunigen. Der Chef der US- Verkehrssicherheitsbehörde, David Strickland, forderte die Fahrer am späten Mittwoch auf, sich bei ihren Händlern zu melden.

Fehler in der Elektronik vehement ausgeschlossen

In den Anhörungen vor dem US-Kongress hatten Experten und Abgeordnete bereits Zweifel daran geäußert, dass es sich um ein rein mechanisches Problem handelt. Toyotas US-Statthalter James Lentz räumte dann auch vor einer Woche ein, dass es für die Mehrzahl der gemeldeten Vorfälle keine Erklärung gebe.

Toyotas Chefkonstrukteur Takeshi Uchiyamada hatte bei seinem Auftritt vor dem US-Kongress am Dienstag Fehler in der Elektronik vehement ausgeschlossen. Das elektronische Gaspedal sei Standard in der Industrie und auch ausführliche Tests hätten keine Schwierigkeiten ergeben, sagte er.

52 Todesopfer wegen ungewollter Beschleunigung

Die neuen Beschwerden könnten auch für Verkehrsminister Ray LaHood unangenehme Fragen nach sich ziehen. Zahlreiche Abgeordnete hatten das Vorgehen der Verkehrssicherheitsbehörde als zu lax gebrandmarkt. Vorwürfe kamen auf, die Beamten unterhielten zu enge Kontakte zur Industrie. LaHood versprach mehrfach, die Elektronik in Toyota-Autos unter die Lupe zu nehmen.

Weltweit ruft Toyota mehr als acht Millionen Autos zurück, um Gaspedale und Fußmatten bei ihnen zu richten. Die meisten betroffenen Fahrzeuge sind in den USA zugelassen. Die US-Behörde für Verkehrssicherheit bringt mittlerweile 52 Todesopfer mit dem ungewollten Beschleunigen in Verbindung. Wegen kurzzeitig aussetzender Bremsen müssen knapp eine weitere halbe Millionen Hybridwagen in die Werkstätten.

Bremse und Gas für Nothalt

Um sicher zu gehen, dass die Autos auch bei einem möglichen Versagen der Elektronik zum Stehen kommen, stattet Toyota in der Zukunft alle Neuwagen mit einem speziellen Sicherheitssystem aus. Das gleichzeitige Treten von Gas und Bremse führt dabei zu einem Nothalt. Sieben bestehende Modelle sollen nachgerüstet werden. Parlamentarier fordern, ein solches Notsystem für alle Hersteller zur Pflicht zu machen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nach Trump-Party: Euphorie an der Börse schwindet
Frankfurt/Main - Nach dem Wahlsieg von Donald Trump sind die Aktienkurse in die Höhe geschossen. Doch nun kommen bei Anlegern die Sorgen zurück. Denn niemand weiß genau, …
Nach Trump-Party: Euphorie an der Börse schwindet
Reisebüros fürchten um Geschäft durch neues Reiserecht
Berlin (dpa) - Reisebüros protestieren gegen die geplanten Änderungen des Reiserechts. Etwa 68.000 Briefe und E-Mails haben sie nach einem Aufruf des Branchenverbands …
Reisebüros fürchten um Geschäft durch neues Reiserecht
Weltgrößte Wassersport-Messe "Boot" startet
Düsseldorf (dpa) - Zur weltgrößten Wassersportmesse "Boot" werden heute rund 250 000 Besucher in Düsseldorf erwartet. 1813 Aussteller aus 70 Ländern präsentieren bis zum …
Weltgrößte Wassersport-Messe "Boot" startet
ProSiebenSat.1 plant Neubau in Unterföhring
Unterföhring – Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 plant den Bau eines eigenen Campus in Unterföhring. Das berichtet der Münchner Merkur (Wochenendausgabe).
ProSiebenSat.1 plant Neubau in Unterföhring

Kommentare