Karlsruhe erlaubt G20-Protestcamp - aber stark eingeschränkt

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Mit Zweitdepot Altbestand sichern

München - Fondssparer und Aktionäre gelten jetzt schon als Verlierer der neuen Abgeltungssteuer, die ab nächstem Jahr greift. Wer nicht auch noch für seinen Altbestand durch unglückliche Umstände zur Kasse gebeten werden will, sollte unbedingt ein zweites Depot eröffnen, raten Börsenexperten.

Ab 2009 schöpft der Staat mit der Abgeltungssteuer Gewinne auf dann erworbene Wertpapiere ab. Zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer kann sich das auf happige 28 Prozent summieren. Liegen alte und neue Aktienanteile künftig in einem Depot, kann es nämlich beim Verkauf zu Nachteilen für den Anleger kommen. Anlass für ein unerwünschtes Abkassieren auch beim Altbestand kann das sogenannte FiFo-Prinzip sein, das 2005 vom Bundesfinanzministerium eingeführt wurde.

FiFo ist eine Abkürzung für "first in, first out". Das bedeutet: Die Aktien, Anleihen oder Fondsanteile, die als erstes gekauft wurden, werden beim Verkauf auch zuerst wieder abgestoßen. Ein Beispiel: Wer diesen Sommer noch 100 Aktien des Titels xy kauft und sie mindestens ein Jahr hält, darf einen Gewinn beim Veräußern auch in Zukunft steuerfrei einstreichen. So weit, so gut. Im Februar 2009 kauft der Anleger dann noch einmal 100 Stück nach. Im April muss er dann aber dringend Geld lockermachen. Er verkauft 100 Aktien mit Kursgewinn - und geht davon aus, dass die letzte Tranche aus dem Depot herausgelöst wird. Nach der FiFo-Regel sind aber automatisch die zuvor gekauften Anteile aus 2008 draußen, die dank Bestandsschutzes auch viele Jahre später noch steuerfrei hätten verkauft werden können. Jetzt müssen sie allerdings voll versteuert werden, weil die einjährige Spekulationsfrist nicht eingehalten wurde. Pech gehabt.

Ähnliches kann auch einem Anleger passieren, der Fonds hält oder in einen Fondssparplan einzahlt. Franz-Josef Leven vom Deutschen Aktieninstitut (DAI) rät deshalb ab 2009 zu einem Zweitdepot, um den alten Aktienbestand zu schützen und mögliche Nachteile zu umschiffen. Alternativen: Die Eröffnung eines Unterdepots oder eine komplette Depotneueröffnung bei einer anderen Bank. "Auf diese Weise können Anleger ihre alten und neuen Anteile zum Jahreswechsel sauber trennen", so Levens Tipp. Wer zwei Depots hat, alt und neu, kann selbst bestimmen, was verkauft wird und was liegen bleiben soll - und braucht sich hinterher nicht zu ärgern. "First in, first out ist ein anerkanntes Prinzip, das durch getrennte Kontenführung vermieden werden kann", erläutert auch Frank Bock vom Bundesverband Investment und Asset Management (BVI).

Wer sich nach einem zweiten Depot umguckt, sollte allerdings auf die Kosten achten, sagt Merten Larisch, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bayern. Der Fachmann rät Bankkunden zum Feilschen. Depotkosten seien bei Filialbanken verhandelbar. Für Unterdepots sollten ohnehin keine Extra-Gebühren anfallen. Schaltet ein Geldinstitut auf stur, kann ein Wechsel angesagt sein. Bei den meisten Direktbanken gibt es Depots zum Nulltarif. Der Übertrag ist ebenfalls kostenlos zu kriegen. Auch Leven regt an, auf Gratis-Zweitdepots Wert zu legen. Es sollten weder Verwahrungsgebühren noch ein Minimum an Handelsumsätzen innerhalb eines bestimmten Zeitraums verlangt werden.

Riester-Fondssparer brauchen sich keine Gedanken um mögliche Folgen der neuen Abgeltungssteuer zu machen. Sie bleiben von der Abgabe verschont. Riesterfähige Aktienfonds gelten daher als Geheimtipp für Vorsorgesparer, die auch künftig Monat für Monat Geld fürs Alter zurücklegen und ihren bisherigen Aktienfonds nicht länger besparen wollen. Förderberechtigte können einen bestehenden Vertrag beispielsweise überzahlen, oder einen zweiten ohne staatliche Zuschüsse abschließen. Geld, das ungefördert in einen Riester-Aktienfonds fließt, muss nicht verrentet werden. Das heißt, der Sparer kann es bei Rentenbeginn abheben, wie Karin Baur von "Finanztest" erklärt. Sogar Selbstständige, die nicht riestern dürfen, können sich einen ungeförderten Aktiensparplan zulegen. Völlig am Fiskus vorbei sind solche Kursgewinne allerdings auch nicht einzustreichen. Sie müssen bei Auszahlung zur Hälfte mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden.

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