Zweite Welle mit Milliarden-Verlusten

New York/Zürich - Auf die weltweiten Finanzmärkte rollt nach der Hypothekenkrise bereits die nächste Welle mit Milliardenverlusten zu. Die Banken bekommen zunehmend Probleme mit dem rapiden Wertverfall von Firmenkrediten. Allein unter den führenden Häusern an der Wall Street werden dadurch für das erste Quartal Abschreibungen von rund 15 Milliarden Dollar erwartet.

Durch die Kreditkrise haben Top-Banken weltweit nach Schätzungen bisher mehr als 120 Milliarden Dollar an Wertverlusten erlitten. Am schlimmsten traf es unter anderem die Schweizer UBS und den US-Finanzkonzern Citigroup. Überraschend berichtete am Dienstag auch die Credit Suisse von höheren Milliardenabschreibungen als gedacht. Der US-Investmentbank Lehman Brothers drohten zusätzliche Wertverluste von 1,3 Milliarden Dollar, berichtete das "Wall Street Journal".

Ein großer Teil der riskanten Unternehmensdarlehen stammt aus dem lange Zeit boomenden Geschäft mit durch Kredite finanzierten Übernahmen und Fusionen. Darauf beruhende Finanzierungen und Wertpapiere sind nur noch schwer oder gar nicht mehr verkäuflich. Sie verlieren dadurch rapide an Wert und belasten die Bücher der Banken.

Die nun erwarteten neuen Wertverluste bei Unternehmenskrediten sind ein Rückschlag für Hoffnungen, die Banken hätten mit ihren Bilanzen 2007 alle Risiken auf den Tisch gelegt. Die zusätzlichen Abschreibungen dürften Analysten zufolge spätestens zur Zahlenvorlage für das erste Quartal offenbar werden. Den Auftakt machen dabei traditionell die führenden US-Investmentbanken bereits im März.

Zusätzlich belastet werden die Finanzmärkte weiter von Sorgen um die problembeladenen Anleiheversicherer. Unter Hochdruck berät die Branche mit Behörden über Hilfsaktionen. Die Spezialversicherer benötigen dringend frisches Kapital. Die Branche versichert laut Schätzungen Anleihen (Bonds) im Wert von rund 2,5 Billionen Dollar (1,7 Billionen Euro) gegen Zahlungsausfall.

Die Credit Suisse musste im ersten Quartal 2,85 Milliarden US-Dollar (1,9 Mrd. Euro) im Investmentbanking abschreiben. Der Reingewinn werde dadurch mit schätzungsweise einer Milliarde Dollar belastet. Bis vor wenigen Tagen hatte es so ausgesehen, als ob die Credit Suisse mit einem blauen Auge aus der Finanzkrise herauskäme. Zum Jahresende hatte die zweitgrößte Schweizer Bank zwei Milliarden Franken abgeschrieben, während die Nummer 1, UBS, mit 21 Milliarden belastet wurde.

Die Credit Suisse suspendierte nach den neuerlichen Abschreibungen die dafür verantwortlichen Händler.

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