AMD mit zweiter Chipfabrik in Dresden

- Dresden - Der US-amerikanische Halbleiterhersteller Advanced Micro Devices (AMD) hat am Freitag seine zweite Chipfabrik in Dresden eröffnet und will näher zu Marktführer Intel aufschließen. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sprach von einem "Signal für Deutschland". "Deutschland ist ein attraktiver Standort für Investitionen in Spitzentechnologien", sagte er. AMD sei ein Beleg dafür, dass es unter harten Wettbewerbsbedingungen möglich ist, in Deutschland Arbeitsplätze zu schaffen.

Mit dem neuen AMD-Werk sind 1000 neue Jobs verbunden. Damit wächst die Belegschaft in Dresden auf insgesamt 3000 Menschen. Investiert wurden umgerechnet etwa 2,1 Milliarden Euro, wobei Bund und Land Sachsen das Projekt mit rund 550 Millionen Euro unterstützten. Vom ersten Spatenstich bis zur Eröffnung vergingen nur knapp zwei Jahre.

Am Rande der Eröffnung wurde bereits über ein drittes AMD-Werk in Dresden spekuliert. Nach Angaben von Konzernchef Hector Ruiz ist noch keine Entscheidung gefallen. Dresden werde aber "mit ins Rennen gehen". Ruiz zufolge wächst der Chipmarkt weltweit jährlich um 10 bis 15 Prozent. Derzeit habe AMD einen Marktanteil von zehn Prozent. "Wir haben die Möglichkeit, mehr Anteil zu bekommen. Das bedeutet für die Produktion sehr viel." Vor diesem Hintergrund werde die Entscheidung zur Ausweitung der Kapazität nach 2008 fallen.

Dem "Handelsblatt" sagte Ruiz, AMD wolle stärker zum Erzrivalen Intel aufschließen. "In den nächsten drei Jahren wollen wir mit unseren Prozessoren einen Marktanteil von 30 Prozent erreichen. Das ist aber nur ein Zwischenschritt, denn wir möchten noch deutlich stärker werden." Derzeit enthalten vier von fünf Computern weltweit Prozessoren von Intel.

Nach Angaben der Unternehmensleitung wird die Produktion in Dresden derzeit hochgefahren. AMD geht davon aus, im ersten Quartal 2006 Produkte in 90 Nanometer-Technologie auszuliefern und Ende 2006 mit der Fertigung in 65 nm-Technologie zu beginnen. Bei der neuen Produktgeneration messen die Chipstrukturen 65 Millionstel Millimeter. Kleinere Strukturen ermöglichen mehr Chips pro Wafer. Bis 2008 will AMD Stückzahlen von 100 Millionen Prozessoren pro Jahr erzielen. Im alten Werk soll weiterproduziert werden. Die Chefetage rechnet auch hier mit voller Auslastung in den kommenden Jahren.

AMD hatte im abgelaufenen dritten Quartal (24. September) besonders wegen der starken Nachfrage nach Computerchips sehr gut verdient. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 23 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar (1,3 Mrd Euro). AMD verdiente in dem Dreimonatsabschnitt 76 (Vorjahr: 43,8) Millionen Dollar.

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