+
Verspätungen wegen des Pilotenstreiks bei Air Berlin.

Zweiter Pilotenstreik trifft Air-Berlin-Tochter LTU

Frankfurt/Main - Bei der Fluggesellschaft Air Berlin hat der zweite Pilotenstreik im Hauptreisemonat August am Montag zu Verspätungen geführt.

Die Vereinigung Cockpit hatte die Kapitäne der Konzerntochter LTU am frühen Morgen zu einem 16-stündigen Ausstand aufgerufen, der bis 21.30 Uhr dauern sollte. An mehreren deutschen Airports wie Düsseldorf, Köln/Bonn, Stuttgart, München und Berlin-Tegel verzögerten sich Flüge teils um mehrere Stunden. Wie Air Berlin am frühen Abend mitteilte, waren 66 Flüge verspätet, 19 Flüge wurden aus dem Programm gestrichen. Der Großteil des Angebots, darunter alle Langstreckenflüge, habe aber sichergestellt werden können.

Wegen des festgefahrenen Tarifstreits um die Eingliederung der 2007 gekauften LTU hatten Piloten bereits am 11. August gestreikt. Cockpit warf der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft einen “monatelangen Zick-Zack-Kurs“ vor, der den Streik notwendig mache. “Wir wollen mittelfristig einheitliche Bedingungen für alle Piloten“, sagte Tarifpolitik-Vorstand Ilona Ritter der Deutschen Presse-Agentur dpa. Air Berlin kritisierte den Arbeitskampf und rief die Gewerkschaft zu Verhandlungen über einen Kompromiss auf. Das Angebot sei nachgebessert worden, sagte ein Sprecher. Ein Spitzengespräch an diesem Dienstag soll die Konfliktparteien einander näher bringen.

Cockpit rief zum „Sympathiestreik“ auf

Bei der Düsseldorfer LTU arbeiten 336 der konzernweit 1240 Piloten. Teil der Auseinandersetzung ist die Bezahlung der LTU-Piloten, deren Vergütungstarifvertrag derzeit als einziger offen ist. Air Berlin hatte angeboten, die Einkommen rückwirkend zum 1. Januar um zwei Prozent zu erhöhen. Zum 1. April 2010 soll es außerdem einen Inflationsausgleich geben sowie einen Kündigungsschutz bis Ende 2010. Air Berlin ist zudem bereit, über die Garantie einer bezahlten Mindeststundenzahl im Monat zu reden.

Cockpit verlangt unter anderem fünf Prozent mehr Geld und hat die bisherigen Arbeitgeber-Angebote als unzureichend zurückgewiesen. Air Berlin verweist darauf, dass sich die Forderung mit weiteren Aspekten auf elf Prozent summiere. Parallel zum Streik bei LTU rief die Pilotenvereinigung von 5.30 Uhr bis 8.30 Uhr auch Cockpitkollegen des Air-Berlin-Mutterkonzerns zu einem “Sympathiestreik“ auf. Um die Folgen für die Passagiere zu mindern, setzte das Unternehmen nach eigenen Angaben aber wie schon am 11. August Air-Berlin-Piloten für LTU-Flüge ein. Zudem sollten Reisende auf andere Maschinen umgebucht werden. Teils wurden ganze Strecken von eigens beauftragten anderen Airlines bedient.

Die Flüge der LTU haben inzwischen alle Air-Berlin-Flugnummern, die Maschinen sind bis auf eine umlackiert. Air Berlin bot betroffenen Gästen kostenlose Stornierungen oder Umbuchungen an. Für Fragen wurde die Gratis-Telefonnummer 00800 5737 8000 eingerichtet. [Vereinigung Cockpit]: Unterschweinstiege, 60549 Frankfurt/Main [Air Berlin]: Saatwinkler Damm 42-43, 13627 Berlin dpa sam yybb z2 pi

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Fuhrparkmanager: Dieselautos nicht so leicht zu ersetzen
Besonders gewerbliche Kunden kaufen nach wie vor Diesel-Fahrzeuge. Fuhrparkmanager spielen dabei eine wichtige Rolle - und sagen klar, dass sie auf den Diesel nicht …
Fuhrparkmanager: Dieselautos nicht so leicht zu ersetzen
Besseres Wetter: ICE-Züge der Bahn fahren wieder planmäßig
Die ICE-Züge der Bahn fahren nur kurze Zeit etwas langsamer als sonst. Dann hebt der Konzern die Anweisung an seine Lokführer auf, weil das Wetter doch nicht so schlecht …
Besseres Wetter: ICE-Züge der Bahn fahren wieder planmäßig
Loch auf A20 bereitet Ostsee-Tourismusbranche Sorgen
"Wie konnte das nur geschehen?" Auch noch nach Wochen sorgt der Anblick des Lochs auf der A20 für hilfloses Kopfschütteln. Die Ursachenforschung steht hinten an. …
Loch auf A20 bereitet Ostsee-Tourismusbranche Sorgen
Ryanair geht nach Streikdrohung auf Piloten zu
Ryanair-Chef Michael O'Leary hat sich gern als Gewerkschaftsfresser gegeben. Weil nun Streiks in der verkehrsreichen Weihnachtszeit in ganz Europa drohen, legt der Ire …
Ryanair geht nach Streikdrohung auf Piloten zu

Kommentare