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Wer ein zweites Depot eröffnet, kann Steuern sparen.

Abgeltungssteuer

Zweites Depot sperrt den Fiskus aus

Ab kommendem Jahr langt der Staat mit der Abgeltungssteuer bei Kapitalerträgen zu. Vor dem Jahreswechsel gekaufte Anlagen bleiben verschont.

Doch damit das klappt, ist oft ein zusätzliches Wertpapier-Depot nötig. Die Abgeltungssteuer belastet besonders jene Geldanlagen, bei denen Kursgewinne entstehen, in erster Linie Aktien und Investmentfonds. Wer solche Papiere bis Silvester kauft und sie frühestens ein Jahr später wieder verkauft, kann dabei erzielte Kursgewinne steuerfrei einstreichen.

Für Anlagen, die ab Januar erworben werden, gilt das nicht mehr. Dann werden auf Kursgewinne - ebenso wie auf Zinsen und Dividenden - 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer fällig. Gerade für langfristig orientierte Sparer lohnt es sich also, die alte Steuerregelung zu nutzen. Um den Sonderstatus aller Papiere, die bis Ende dieses Jahres gekauft wurden, zu erhalten, sollte man allerdings alte von neuen Anlagen trennen.

Das Problem

Oft kommt es vor, dass Anleger zu verschiedenen Zeitpunkten Aktien eines Unternehmens oder - zum Beispiel über einen Sparplan - Anteile an einem Fonds erwerben. Werden dann Teile dieser Anlage verkauft, stellt sich für die Berechnung der Steuer die Frage: Welche Anteile sind es? Denn neben dem Zeitpunkt unterscheidet sich meist auch der Kaufpreis und entsprechend der mögliche Kursgewinn sowie die darauf entfallende Steuerlast. Das Finanzamt gibt darauf eine klare Antwort: Was zuerst gekauft wurde, wird auch zuerst verkauft. Buchhalterisch spricht man vom FIFO-Prinzip (First In, First Out). Und das erhält mit der Einführung der Abgeltungssteuer eine besondere Bedeutung.

Wer im kommenden Jahr in dieselbe Aktie oder denselben Fonds investiert wie heuer und dann Teile dieser Anlage verkauft, gibt nach der FIFO-Regel des Finanzamts zunächst seine älteren Papiere ab, also jene, für die noch die günstigere Steuerregelung gilt. Es sei denn, es lässt sich klar zuordnen, welche Papiere tatsächlich verkauft wurden.

Die Lösung

Um Nachteile bei der Besteuerung zu vermeiden, ist es sinnvoll, alte und neue Wertpapiere voneinander zu trennen. Dies kann entweder über ein zweites Depot oder ein Unterdepot erfolgen, in dem die alten Papiere aufbewahrt werden. Dann kann der Anleger selbst entscheiden, ob er bei einem Verkauf Papiere aus seinem neuen oder alten Bestand abgeben will. Obendrein erhält er so einen einfachen Überblick, für welche Papiere welche Steuer-Regelung gilt.

Die Angebote

Meist ist ein solches Zweit- oder Unterdepot ohne zusätzliche Kosten zu erhalten, hat die Zeitschrift "Finanztest" (11/2008) ermittelt (siehe Tabelle). Dieses muss nicht unbedingt bis Jahresende eröffnet werden. Es geht auch später. Denn eine Trennung ist erst erforderlich, wenn ab Januar zusätzliche Bestände eines schon im Depot befindlichen Papiers gekauft werden.

Gerade wer sein Depot im Internet führt, findet günstige Anbieter, die keine Grundgebühren verlangen, aber dafür in der Regel auch keine Beratung leisten. Wer die Bestandstrennung zum Anlass für einen Depot-Umzug zu einer anderen Verwahrstelle nimmt, sollte allerdings neben dem Grundpreis für das Depot auch Ordergebühren für Transaktionen, Ermäßigungen bei Fondskäufen und - bei Bedarf - die Möglichkeit von Sparplänen oder Vermögenswirksamen Leistungen berücksichtigen.

Der Umzug eines Depots darf keine Gebühren kosten. In der Regel wird er von der neuen Bank organisiert und nimmt einige Tage in Anspruch.

Der Sonderfall

Die Depot-Trennung bietet keinen Steuer-Schutz für Zinsen und Dividenden. Ausschüttungen alter Fonds unterliegen in jedem Fall der neuen Abgeltungssteuer. Wer mit seiner Bank vereinbart hat, dass Ausschüttungen automatisch in den Kauf neuer Anteile investiert werden, sollte seiner Bank den Auftrag erteilen, diese dann in den neuen Bestand zu buchen. Sonst mischen sich alte und neue Anteile.

Dominik Müller

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