Zwischenmiete: Das muss man wissen

Gerade in Regionen mit hohen Mieten ist es wichtig, dass die Wohnung nicht leer steht, wenn der Mieter längere Zeit verreist ist. Zwischenmiete heißt das Zauberwort, das Geld in die Haushaltskasse bringt. Dazu muss man aber einiges wissen.

Die Schränke und Regale stehen leer in dem kleinen Studentenzimmer, die Kissen liegen noch auf dem Sofa, auf der Fensterbank stehen Blumen – das Zimmer ist komplett eingerichtet, doch es wirkt verlassen. Der eigentliche Bewohner ist gerade am anderen Ende der Welt unterwegs, er absolviert ein Auslandssemester. Doch schon bald wird hier neues Leben einziehen, ein fremder Mieter wird seine Bücher ins Regal einräumen, das Bett mit seinem eigenen Bezug ausstatten und den Computer auf den Schreibtisch stellen – jedoch nur für ein halbes Jahr.

Egal, ob für ein Praktikum, einen neuen Job, oder um eine neue Stadt kennenzulernen – wer nur für kurze Zeit eine Unterkunft benötigt, findet mit der sogenannten Zwischenmiete eine unkomplizierte und meist preiswerte Alternative zu Hotels und Pensionen. Allein beim Internet-Wohnungsportal „immowelt.de“ gibt es in München zurzeit mehr als 600 entsprechende Angebote. Interessant ist die Zwischenmiete nicht nur für rastlose Studenten. Auch Freiberufler, die für ein paar Monate an einem Projekt vor Ort arbeiten müssen, bekommen mit der Zwischenmiete ein alltagstaugliches Übergangs-Heim.

Vermieter muss zustimmen

Wenn Mieter ihre Wohnung für eine gewisse Zeit weitergeben wollen, müssen sie jedoch einige Fallstricke bedenken – denn der Vermieter hat ein gewichtiges Wörtchen mitzureden: „Wenn die komplette Wohnung an einen Dritten weitervermietet werden soll, ist die Genehmigung des Vermieters zwingend erforderlich. Der ist in der Entscheidung frei, ob er die Untervermietung erlaubt oder nicht“, stellt Ulrich Ropertz vom Mieterbund klar.

Der Hauptmieter haftet mit

Kommt ein Untermieter in die Wohnung, muss ein eigener Mietvertrag geschlossen werden: „Der Hauptmieter rückt in die Position des Vermieters und der Untermieter ist praktisch der Mieter“, erklärt Ropertz. Im Klartext: „Der Hauptmieter ,haftet‘ für den Untermieter“, sagt Anwältin Becker. Der Hauptmieter muss die Miete also weiter an seinen Vermieter zahlen, selbst wenn der Wohn-Gast nicht zahlt. Soweit der Hauptmieter vertraglich zu Leistungen wie Treppenhausreinigung oder Winterdienst verpflichtet ist, können diese Verpflichtungen an den Untermieter weitergegeben werden. Besondere Gegenstände, die in der Wohnung verbleiben und vom Zwischenmieter genutzt werden, sollten schriftlich festgehalten werden.

Haftpflicht-Police und Kaution verlangen

Doch was passiert, wenn der Zwischenmieter die Wohnung zerlegt oder die Nachbarn mit lauter Musik auf die Palme bringt? „Als Zwischenvermieter haften Sie gegenüber dem Hauptvermieter für die Schäden, den der Untermieter verursacht“, stellt Monika Schmid-Balzert, stellvertretende Geschäftsführerin des Mietervereins München klar. Und damit nicht genug: „Auch Untermieter können zur fristlosen Kündigung des Hauptmietvertrages führen“, unterstreicht Eckard Pahlke vom Mieterverein Hamburg. Der Hauptmieter muss also für mögliche Abmahnungen erreichbar sein: „Er ist mietrechtlich für das Verhalten seines Unter- oder Zwischenmieters verantwortlich“, erklärt sein Kollege Ulrich Ropertz.

Wer seine Wohnung für eine bestimmte Zeit weitergibt, sollte sich also umfassend absichern: „Der Untermieter sollte auf alle Fälle eine Kaution an den Zwischenvermieter zahlen und am besten eine Haftpflichtversicherung nachweisen, die auch Mietsachen einschließt“, empfiehlt Schmid-Balzert. Eine Kaution ist sinnvoll, um bei möglichen Schäden wenigstens ein bisschen Geld in der Hand zu haben: „Der Hauptmieter kann zwar einen vom Untermieter verursachten Schaden ersetzt verlangen, aber er trägt zunächst das Risiko.“ Kann der Untermieter zum Beispiel nicht bezahlen, so bleibt der Hauptmieter auf dem Schaden sitzen. Dagegen kann er sich nicht absichern.

Miethöhe kann frei vereinbart werden

Keine Regeln bestehen unterdessen bei der Höhe der Zwischenmiete: „Mieter und Zwischenmieter können die Miethöhe frei vereinbaren“, sagt Ulrich Ropertz. „Eigentlich sollten Hauptmieter nicht mehr als die eigentliche Miete verlangen und daraus keine Geschäfte machen“, empfiehlt Pahlke vom Mieterverein Hamburg. Wer sich trotzdem bei der Zwischenvermietung etwas dazuverdienen will, muss den Vermieter darüber nicht in Kenntnis setzen: „Überschüssige Untermiete, die der Mieter erzielt hat, kann der Vermieter nicht herausverlangen, sondern der Überschuss steht allein dem Mieter zu“, sagt Constanze Becker.

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