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Forscher wollen Mammut „wiederbeleben“ – Unternehmen meldet „wichtigen Durchbruch“

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Man nehme Mammut-DNA und Zellen vom Elefanten – so wollen Forscher aus den USA das Wollhaarmammut wieder auferstehen lassen. Nun ist ein Durchbruch gelungen.

Austin – Das Unternehmen Colossal Biosciences aus den USA hat es sich zum Ziel gemacht, das Wollhaarmammut wieder zum Leben zu erwecken. Die Tierart ist seit Jahrtausenden ausgestorben – doch das Unternehmen hat nun einen „Durchbruch“ auf dem Weg zurück zum Wollhaarmammut verkündet. Laut einer Mitteilung ist es Colossal Biosciences gelungen, induzierte pluripotente Stammzellen (iPS) aus Asiatischen Elefanten (Elephas maximus) zu gewinnen. iPS können sich laut Unternehmensangaben unbegrenzt vermehren und jeden anderen Zelltyp in einem Körper hervorbringen.

„In der Vergangenheit war eine Vielzahl von Versuchen, Elefanten-iPS zu erzeugen, erfolglos. Elefanten sind eine ganz besondere Spezies, und wir haben gerade erst begonnen, an der Oberfläche ihrer grundlegenden Biologie zu kratzen“, erklärt Eriona Hysolli, Leiterin der Biowissenschaften bei Colossal Biosciences, in einer Mitteilung des Unternehmens. „Dieser Fortschritt ist von unschätzbarem Wert für die Zukunft der Elefanten-unterstützten Reproduktionstechnologien sowie für die fortgeschrittene zelluläre Modellierung des Mammut-Phänotyps.“

Asiatische Elefanten und Mammuts sind sich genetisch sehr ähnlich

Doch warum ausgerechnet Elefanten? Durch Funde gut erhaltener Mammut-Exemplare ist die DNA-Struktur der Tiere bekannt – sie stimmen genetisch zu 99,6 Prozent mit den vom Aussterben bedrohten Asiatischen Elefanten überein. Die Forscherinnen und Forscher wollen einen Hybriden aus beiden Spezies schaffen. Erzeugt werden soll ein Wollhaarmamut-Embryo, der aus alter Mammut-DNA und Elefantenzellen besteht. Dieser könnte dann von einer Elefanten-Leihmutter ausgetragen werden

Nachbildung eines prähistorischen Wollmammuts in den Grottes du Roc de Cazelle, einem Themenpark über prähistorisches Leben in Les Eyzies, Frankreich.
Nachbildung eines prähistorischen Wollmammuts in den Grottes du Roc de Cazelle, einem Themenpark über prähistorisches Leben in Les Eyzies, Frankreich. © IMAGO/imageBROKER/alimdi / Arterra / Philippe Clément

Der Harvard-Genetiker und Colossal-Mitgründer George Church ist sich sicher: „Dieser Meilenstein öffnet die Tür zur Gewinnung von Keimzellen und anderen Zelltypen ohne chirurgische Eingriffe an wertvollen Tieren. Er eröffnet die Möglichkeit, Zusammenhänge zwischen Genen und Merkmalen sowohl bei modernen als auch bei ausgestorbenen Verwandten herzustellen – einschließlich der Resistenz gegen extreme Umwelteinflüsse und Krankheitserreger.“ Die Arbeit des Forschungsteams soll auf dem Preprint-Server Bioarxiv veröffentlicht werden, eine Publikation in einem wissenschaftlichen Fachmagazin soll folgen.

US-Unternehmen will Mammut wieder auferstehen lassen

„Wir freuen uns sehr darauf, die von uns entwickelten Zellen zur Züchtung von Elefanten-Geschlechtszellen in einer Aufzuchtschale zu verwenden. Elefanten sind zwar eine schwierige Spezies, aber dies ist eine unglaublich einzigartige Gelegenheit, bei der wir jetzt und in naher Zukunft so viel lernen und teilen können“, so Evan Appleton, Leiter des Forschungsteams.

Nicht nur Forscher, die mit dem Unternehmen zusammenarbeiten, sind von dem Forschungserfolg überzeugt. Auch Vincent Lynch (University at Buffalo in New York), der nicht an der Forschung beteiligt ist, gibt sich gegenüber livescience.com begeistert. „Das ist ein wichtiger Durchbruch und ein wichtiger Schritt, um einen Wollhaarmammut-ähnlichen Elefanten zu schaffen“, so der Entwicklungsbiologe. „Ich denke, das Ziel ist es, diese iPS in Spermien und Eizellen zu verwandeln, was eine In-vitro-Fertilisation und schließlich eine Leihmutterschaft ermöglichen würde“, so Lynch weiter. „Diese Methoden sind ziemlich anspruchsvoll und wurden noch nicht entwickelt, aber es ist nur eine Frage der Zeit.“ (tab)

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