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Umfrage: „Freier Rausch für freie Bürger“ - sind Sie für eine Legalisierung von Cannabis?

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Für den juristischen Laien kaum nachvollziehbar: Der bloße Konsum von Cannabis oder anderen Betäubungsmitteln ist hierzulande faktisch nicht strafbar, jedoch unter anderem der Anbau, das Verschaffen, der Erwerb und der Besitz. Ungeachtet dessen wird in den Wahlprogrammen von CDU/CSU und SPD das Thema Drogenpolitik mit keinem Wort erwähnt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat allerdings schon in den letzten Jahren immer wieder betont, dass es mit ihr eine allgemeine Legalisierung nicht geben werde: „Cannabis ist keine harmlose Droge. Für eine unbegrenzte Freigabe von Cannabis ist weit und breit keine politische Mehrheit in Sicht.“ Für sie ist die Freigabe auf medizinische Zwecke beschränkt vollkommen ausreichend.

Mitten in einer deutschen Stadt wurden im Juli hunderte Cannabis-Pflanzen angepflanzt - der Grund ist überraschend. Mehr im Video.

Wir möchten von Ihnen wissen: Befürworten Sie die Freigabe von „weichen“ Drogen? Machen Sie mit!

Pro: Bündnis 90/Die Grünen, FDP, Die Linke

Doch könnte sich dies in naher Zukunft ändern, denn die Parteien von Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Linke sprechen sich vor der Wahl für eine vollkommene Legalisierung der „weichen“ Droge aus.


So sagt Die Linke: „Wir sehen es nicht als Aufgabe der Politik an, Menschen zu erziehen, sondern ihnen eine informierte und risikobewusste Konsumentscheidung, ähnlich wie bei Tabak und Alkohol, zu ermöglichen.“

Claudia Roth von den Grünen meint: „Ich setze mich für eine Regulierung des Drogenmarktes in Verbindung mit intensiver Prävention und Aufklärung ein. Dies bedeutet unter anderem eine legale Abgabe von Drogen wie Cannabis in lizenzierten Drogenfachgeschäften, natürlich unter der Berücksichtigung des Jugendschutzes.“

Ähnlich äußert sich die FDP: „Wir setzen uns dafür ein, den Besitz und Konsum für volljährige Personen zu erlauben. Denn nur mit einem kontrollierten Verkauf in lizenzierten Geschäften kann die Qualität kontrolliert und so die Weitergabe von verunreinigten Substanzen verhindert sowie der Jugendschutz gewährleistet werden.“

Contra von der AfD

Die AfD dagegen sieht keine Legalisierung von „weichen“ Drogen vor, da durch eine Freigabe von Cannabis „ein erhöhter Drogenkonsum und damit eine Zunahme der gesellschaftlichen Probleme“ zu befürchten sei.

Umfrage: Wir möchten Ihre Meinung zu diesem Thema kennenlernen. Stimmen Sie ab und diskutieren mit uns, ob Sie eine Freigabe von Cannabis befürworten.

Sind Sie für eine Legalisierung von sogenannten weichen Drogen?

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Cannabis, Marihuana und Co. in Colorado

Anders sieht es mittlerweile in vielen Staaten der USA aus. In Alaska, Kalifornien, Colorado, Oregon, Massachusetts, Maine, Nevada und Washington ist der Rausch nicht nur wie in Deutschland für medizinische Zwecke, sondern auch als reines Genussmittel legalisiert.
Vorreiter war Colorado. In dem Rocky-Mountains-Staat blüht seit der Freigabe Anfang 2014 das Geschäft mit dem Kiffen und ist längst weit über die Landesgrenzen hinaus eine äußerst beliebte Touristenattraktion. Serviceorientiert wie gewohnt von den Amerikanern wird dem geneigten Kunden nahegebracht, wie er an die heißbegehrte Ware kommt: „Where to buy marijuana“.

Wie gut sich mit Cannabis das eigene Kerngeschäft ankurbeln lässt, hat zuletzt Netflix bewiesen. Wie das IT-Fachmagazin „Golem“ berichtet, hat der amerikanische Streamingdienst in Kalifornien eigene Cannabissorten vorgestellt, die zu Shows wie „Orange is the new Black“ passen. Kunden in Deutschland dürften allerdings höchstens über Umwege an die Produkte kommen.

Wie gefährlich ist Cannabis wirklich?

Doch gibt es freilich auch kritische Stimmen, die vor der populären Droge und dem Geschäftssinn der Amerikaner warnen.
So hat die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), eindringlich vor einer Verharmlosung von Cannabis gewarnt. Sie wies darauf hin, dass vor allem US-Investoren schon ein gutes Geschäft mit Cannabis auf dem deutschen Markt witterten. Der Druck nehme zu, Cannabis zu legalisieren, sagte die CSU-Politikerin bei der Vorstellung des Drogen- und Suchtberichts 2017. Nach den Worten Mortlers besteht ein hoher Druck der Cannabis-Lobby. „Es geht um ein großes Geschäft“, sagte sie und fügte hinzu, selbst für Hedgefonds - insbesondere aus den USA - sei das reiche Deutschland ein „hoch interessanter Markt“. Diese Investoren warten nur darauf, dass Cannabis hier legalisiert werde.

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