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Die Menschen nehmen den Hass im Internet nicht einfach hin.

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Hass macht auch nicht vor dem Internet halt. Im Gegenteil! Die höhere Anonymität führt dazu, dass beinahe niemand davor im Netz sicher ist. Waren Sie auch schon Opfer? 

Wüste Beleidigungen, diskriminierende Kommentare und gezielte Drohungen - wenn Ihnen dieses Vorgehen im Internet bekannt vorkommt, dann sind bzw. waren sie entweder schon selber Opfer von Hass im Netz, oder mussten es zumindest mitverfolgen. Die Größe und Anonymität des Internets macht es leicht, mit seinen geschrieben Worten über die Stränge zu schlagen - bewusst oder unbewusst.

Hass im Netz: Die Schattenseite des Internets

Das Internet ist wie eine riesige Spielwiese. Hier kann sich jeder nach seinem Vergnügen auslassen - zum Leid manch anderer Internet-Nutzer. Vor allem durch die sozialen Netzwerke wie Facebook ist dabei ein Thema in den Fokus gerückt, das durch die Möglichkeiten des World Wide Web profitiert: Hass.

Und dieser Hass hat viele Formen, wie die digitale Gesellschaft NRW aufzeigt. Einzelne Menschen oder ganze Gruppen werden beispielsweise wegen ihrer Nationalität, politischen Ansichten, sexuellen Orientierung, Religion oder einfachen Interessen attackiert. Die Gründe sind so zahlreich und können auch dort zu finden sein, wo scheinbar wenig Diskussionsbedarf besteht. Häufig handelt es sich aber um gezieltes Cyber-Mobbing oder Trolling. Spaß, Dominanz oder die gezielte Verbreitung von Meinungen sind der Anreiz mancher Menschen, das Internet zu „vergiften“.

Hinter unangebrachten Kommentaren muss aber nicht immer eine Absicht stecken. Manchmal bemerkt der hetzende Schreiberling nicht einmal, wie verletzend oder diskriminierend seine Worte sein können. Denn das lediglich geschriebene Wort, selbst wenn es mit Emojis versehen ist, kann schnell fehlinterpretiert werden. Es fehlen einfach die dazugehörige Gestik, Mimik und Tonlage, um sein Gegenüber richtig zu verstehen. Außerdem wird gerade im Internet, wo die Anonymität größer ist, schnell, spontan und unbedacht ein Text in die Tasten gehauen. Und da auch die direkte und menschliche Reaktion des Gegenüber fehlt, bleibt oftmals die Empathie dabei auf der Strecke

Hass im Internet und seine Grenzen 

Bei unangebrachten Kommentaren im Netz findet sich häufig eine Möglichkeit, diese zu melden. Immer mehr werden auch Moderatoren eingesetzt, die unangebrachte oder hasserfüllte Kommentare löschen bzw. regulieren sollen. Dass dies nicht immer zur vollsten Zufriedenheit funktioniert, liegt dabei an Kosteneinsparungen beim Personal, technischen Limitierungen und einfach dem Faktor Mensch. Aber auch Algorithmen, die es vereinfachen sollen, Hass-Kommentaren entgegenzuwirken, sind nicht die perfekte Lösung. Hier fehlt der menschliche Faktor, der den Kontext verstehen und dementsprechend abwägen kann. Stattdessen kann es dazu kommen, dass harmlose oder ironisch gemeinte Kommentare als unangebracht eingestuft werden. Und nur so nebenbei: Ironie funktioniert im Internet - vielleicht mit seltenen Ausnahmen - nicht!

Hass im Netz ist durch eine stärkere Anonymität weit verbreitet.

Rechtlich gesehen fallen Hass-Kommentare unter die jeweils passenden Tatbestände wie zum Beispiel „üble Nachrede“, „Volksverhetzung“ oder „Nötigung“. Das umstrittene „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“ (NetzDG) soll seit Oktober 2017 der Bundesregierung zwar gegen Hetze, Hass und erfundene Nachrichten in sozialen Netzwerken ab einer Größe von zwei Millionen registrierten Usern helfen, wird aber auch kritisiert. Dennoch stehen durch das Netzwerkdurchsetzungsgesetz die betroffenen Netzwerkbetreiber in einer Verantwortung, gegen Hetze im Netz vorzugehen. Für den Fall, dass diese ihren Pflichten nicht nachkommen, können Sie übrigens dem Bundesamt für Justiz (BfJ) den Sachverhalt melden.

Der Hass im Internet verändert die Menschen

Ob beabsichtigt oder nicht - das Internet bringt Hass zum Vorschein und vermehrt ihn unter Umständen sogar. Glücklicherweise ist das auch auf der Gegenseite der Fall. Wohlwollende Gruppen formieren sich und das Internet hat schon viele gute Dinge hervorgebracht, so beispielsweise den ichbinhier e.V.. Die Viralität der Social Media macht‘s möglich. Dennoch ist vor allem der Hass sehr laut. Die Aufmerksamkeit solcher Kommentare ist höher, egal mit welcher Reaktion geantwortet wird. Die Folge daraus ist, dass eher „laut“ zurück argumentiert wird, denn sonst geht es in der Flut unter. Die dadurch meist immer unangebrachteren Kommentare können dann sogar dazu führen, dass sich andere Menschen davon verunsichert fühlen und es so zu einer gewissen Selbstzensur kommt. Ganz nach dem Motto: Lieber nichts sagen und dafür Ärger vermeiden.

Falls man aber bisher kein Opfer von Hass-Kommentaren im Netz wurde, in welcher Form auch immer, begegnen sie einem doch immer wieder. Abwertungen, Beleidigungen und Diskriminierung ist dafür ein zu großer Teil des Internets, der nicht so leicht zu bekämpfen ist. Stellt sich die Frage, wie jeder einzelne damit umgeht und wie es einen persönlich verändert - abhängig davon, welche Erfahrungen man gemacht hat.

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