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Im Müllbehälter sucht eine ältere Frau nach Pfandflaschen.

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Armut in Deutschland: Gibt es sie überhaupt oder schützt unser soziales Hartz IV-Netz engmaschig genug?

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Die Äußerung „Hartz IV bedeutet nicht Armut“ vom CDU-Politiker und designierten Bundesminister für Gesundheit Jens Spahn sorgte für heftige Diskussionen und öffentliche Empörung. Doch wo fängt Armut in Deutschland an, wie zeigt sie sich?

BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter sprang im Gespräch mit der „Rheinischen Post“ Jens Spahn bei: „Hartz IV bedeutet nicht Armut, sondern ist die Antwort unserer Solidargemeinschaft auf drohende Armut und aktive Armutsverhinderung“. Viele Betroffene hingegen sehen seine Äußerung als zynische Verharmlosung der Realität, leichtfertig ausgesprochen aus dem neoliberalen Wohlstands-Elfenbeinturm.

WHO: Arm ist, wer weniger als die Hälfte des Durchschnittseinkommens seines Landes zur Verfügung hat

Doch was bedeutet konkret „Armut“? Legt man den Maßstab bei hungernden Familien in „Dritte-Welt“-Länder an, so ist hierzulande die untere Stufe der Lebensqualität freilich auf einem sehr hohen Niveau, es handelt sich von daher um eine „relative“ Armut. Diese Vergleiche sind jedoch von fragwürdiger Natur, denn als eines der reichsten Länder der Welt sollte der Ansatz lauten: Wie stark ist das Gefälle innerhalb der eigenen Bevölkerung? Für die Weltgesundheitsorganisation WHO gilt deshalb als arm, wer monatlich weniger als die Hälfte des Durchschnittseinkommens seines Landes zur Verfügung hat, was als unmittelbare Konsequenz die ungleiche Verteilung von Chancen zur Folge hat, am normalen gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. So kann zum Beispiel der Gaststättenbesuch mit Freunden eine kaum zu finanzierende Hürde darstellen. Es gibt den alten Spruch, „Armut würde sich verstecken“ – doch längst haben wir uns an den Anblick von Flaschensammlern gewöhnt. Leute, die auf den Pfanderlös angewiesen sind, um ihre spärlichen Geldmittel um ein paar Euro aufzubessern.

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Rentner und Migranten sind besonders von Armut bedroht

Es wäre verkürzt, das Wohlstandsgefälle nur an Leuten festzumachen, die ohne Job dastehen. Viele Menschen im Niedriglohnbereich sind trotz ihrer Arbeit von Armut bedroht. Ebenfalls gefährdet sind Alleinerziehende und deren Kinder, Alte (mit geringer Rente), Migranten sowie Kranke. Besonders kritisch wird es, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen. Die härteste Folge von Armut ist der Wohnungsverlust. Eine Abwärtsspirale, der dann kaum noch entkommen werden kann. Denn wer obdachlos ist, findet kaum einen Job. Doch ohne Job kann man nur schwerlich eine neue Wohnung finden, geschweige denn finanzieren.

Eine Petition fordert: Jens Spahn soll einen Monat von Hartz IV leben. Doch reichen ein paar Wochen aus, für kurze Zeit den frostigen Hauch der sozialen Kälte in unserem Land nachhaltig am eigenen Leib zu erfahren?

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