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Der Wolf: Gehasst, bewundert, gefürchtet, geliebt - und gejagt.

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Wildlebende Wölfe abschießen oder leben lassen? Diskutieren Sie mit!

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Immer wieder taucht die Frage auf, wie mit Wölfen in freier Wildbahn umzugehen sei. Für Tierschützer ist die Frage klar, ebenso wie für Gegner des Isegrims.

In der Nacht zu Freitag letzter Woche waren sechs Wölfe aus einem sechs Hektar großen Freigehege des Nationalparks bei Lindberg entkommen. Unbekannte hatten nach Angaben der Polizei ein Vorhängeschloss an einem Tor entfernt. Kamen Tierliebhaber aus falsch verstandener Freundschaft zu den Wölfen auf diese Idee? Drei von den entwichenen Wölfen sind jedenfalls inzwischen tot.
Wenn es um den Wolf geht, dann kochen die Emotionen hoch. Die einen fordern etwas realitätsfern eine generelle Abschussgenehmigung und wolfsfreie Gebiete, etwa weil sie sich um ihre Weidetiere sorgen. Die anderen bestehen auf den Schutz des Wolfes, ohne Ausnahme. Die Jagd auf diese Tiere ist für sie ein Tabu.

Wir möchten von Ihnen wissen: Muss der wildlebende Wolf mit allen Mitteln bekämpft werden? Machen Sie mit!

„Wo der Wolf lebt, ist der Wald gesund.“

Dieses russische Sprichwort ist nach Aussagen von Experten richtig: Als großer Beutejäger spielt der Wolf eine wichtige Rolle im Ökosystem, er und seine Beute haben sich abhängig voneinander in der Evolution entwickelt. Dieses Ökosystem erfuhr eine erhebliche Beeinträchtigung, nachdem der Wolf über lange Zeit bei uns ausgerottet war, denn er frisst auch kranke und schwache Tiere und hält somit den Bestand der Beutetiere gesund. 

Der Mensch dagegen zählt nicht zur natürlichen Beute vom Wolf, dennoch haben viele Leute Angst, dass von ausgehungerten Wölfen eine Gefahr für den Menschen ausgeht. Eine unbegründete Angst, denn wildlebende Wölfe sind oft sehr hungrig, ohne dass es zu Übergriffen auf Menschen kommt. Er wird schon im Welpenalter auf sein Beutespektrum geprägt, der Mensch zählt definitiv nicht dazu. Nur bei Tollwut oder Gewöhnung kann es in sehr seltenen Fällen zu einem untypischen Wolfsangriff kommen.

Umfrage: Wir möchten Ihre Meinung zu diesem Thema kennenlernen. Stimmen Sie ab und diskutieren mit uns, ob und wie der Wolf in die Schranken gewiesen werden sollte.

Stellt der Wolf eine Gefahr für uns dar?

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Bauern fordern Jagdfreigabe

Anders sieht es aus bei den Landwirten, für sie sind die rund 50 Wolfsrudel und 20 Wolfspaare in Deutschland eine Bedrohung ihrer Nutztiere, denn seit der Rückkehr des Wolfes werden jährlich hunderte Schafe und Kälber gerissen. 

Den sichersten Herdenschutz bietet laut Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) die Kombination von Elektrozäunen und Herdenschutzhunden. In Deutschland gebe es in allen Bundesländern mit etablierten Wolfsvorkommen staatliche Zuschüsse für den Herdenschutz von Nutztieren.

Der Deutsche Bauernbund vertritt dagegen auf seiner Internetseite den Standpunkt, es sei alternativlos, den Wolf in das Jagdrecht aufzunehmen.

„Mit Zäunen und Hunden kommen wir nicht weiter. Wir brauchen einen aktiven Herdenschutz, der sofort durch die Jäger vor Ort umgesetzt werden kann“, sagte Marco Hintze, Präsident des Bauernbundes in Brandenburg. „Die ganzen Kompromisslösungen funktionieren einfach nicht. Herdenschutz ist eine schöne Theorie, aber der Wolf ist schlau und lernt dazu. Würden wir unsere Weiden flächendeckend durch wirklich wolfssichere Zäune schützen, wären das Investitionen von 250 Millionen Euro. Das kann niemand bezahlen. Ganz zu schweigen von den Auswirkungen solcher Befestigungsanlagen auf das Landschaftsbild. Wenn ich höre, wir sollen wieder lernen, mit dem Wolf zu leben, kann ich nur antworten: Die Jahrhunderte, in denen wir mit dem Wolf gelebt haben, durften wir uns wenigstens wehren“, so der Lobbyist gegenüber dem Fachmagazin „top agrar“.

Weitere Infos über Wölfe sehen Sie in unserem Video:

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