1. Startseite
  2. Über uns
  3. MerkurBlog

Diskutieren Sie mit uns, welcher muslimische Feiertag am ehesten zu Deutschland passt

Uns auf Google folgen
Muslimische Feiertage in Deutschland - in naher Zukunft Realität?
Muslimische Feiertage in Deutschland - in naher Zukunft Realität? © dpa

Es war ein Stich ins Wespennest, als Innenminister Thomas de Maizière (CDU) vor einigen Wochen die Diskussion anregte, ob es in Regionen mit vielen Muslimen entsprechende Feiertage für sie geben sollte. Dafür hagelte es scharfe Kritik, insbesondere auch aus der eigenen Partei.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) zeigte sich offen dafür, in einigen Regionen Deutschlands muslimische Feiertage einzuführen.

Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Wolfenbüttel sagte er: „Ich bin bereit, darüber zu reden, ob wir auch mal einen muslimischen Feiertag einführen.“

Unterstützung erhielt Thomas de Maizière vom Zentralkomitee der Katholiken: Ein islamischer Feiertag in Gegenden mit vielen frommen Muslimen verrate die christliche Tradition nicht.
Doch gab es auch heftige Kritik, insbesondere aus den eigenen Reihen. „Unser christliches Erbe ist nicht verhandelbar“, sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt der „Bild“-Zeitung. „Islam-Feiertage in Deutschland einzuführen kommt für uns nicht in Frage.“

Auch Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis riet von einer Symbolpolitik um islamische Feiertage ab und stellte in seinem Kommentar zum Vorschlag des Innenministers fest: „Vernunft – oder vielmehr Unvernunft – machen nicht an Parteigrenzen halt.“

Wären muslimische Feiertage in Deutschland für Sie eine sinnvolle Möglichkeit der Integration unserer Mitbürger?

Machen Sie mit und stimmen ab!

Gehört der Islam zu Deutschland?

Gut 4,5 Millionen Muslime wohnen in Deutschland, zusammenaddiert sind dies so viele Menschen wie in Brandenburg und Sachsen-Anhalt ansässig sind.

Der vom ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff nachhaltige und nachhallende Satz "Der Islam gehört zu Deutschland" hat nüchtern betrachtet also durchaus seine Berechtigung, denn wenn eine größere Personengruppe in Deutschland wohnt und lebt, gehört sie zu diesem Land, folglich auch jede Facette von ihr.

Welche Feiertage gibt es in der muslimischen Welt?

Wir stellen Ihnen die drei wichtigsten muslimischen Feiertage vor:
Der Ramadan ist der Fastenmonat der Muslime. Nach islamischer Auffassung wurde in diesem Monat der Koran herabgesandt. Als Feiertag wäre da zum Beispiel der 1. Ramadantag denkbar.

Das Fest des Fastenbrechens findet direkt im Anschluss an den Fastenmonat Ramadan statt. Höhepunkt des Festes ist der erste Tag, der mit der Sichtung des Neulichtes nach dem Neumond beginnt.

Das Opferfest ist das höchste islamische Fest, als Höhepunkt gilt die Wallfahrt nach Mekka. Die Dauer beträgt vier Tage. Dabei wird des Propheten Ibrahim/Abraham gedacht, der die göttliche Probe bestanden hatte und bereit war, seinen Sohn Ismael/Isaak Gott zu opfern. Doch Gott gebot ihm Einhalt. Daraufhin opferten Vater und Sohn aus Dankbarkeit gegenüber Gott zusammen mit Freunden und den Armen einen Widder. Diese Erzählung befindet sich übrigens nicht nur im Koran, sondern hat seinen Ursprung in der Bibel (Genesis 22,1–19 EU). Der wichtigste muslimische Feiertag basiert also auf biblischen Überlieferungen. Auch gilt Jesus Christus unter Muslimen als hoher und wichtiger Prophet Gottes - ein Ausweg aus der Konfrontation müsste nach Ansicht vieler Theologen folglich sein, Gemeinsamkeiten zu betonen und nicht auf Unterschiede zu beharren.

Umfrage: Wir möchten Ihre Meinung zu diesem Thema kennenlernen. Stimmen Sie ab und diskutieren mit uns, inwiefern ein muslimischer Feiertag zu Deutschland passen würde.

Gibt es in muslimischen Ländern nationale Feiertage für Christen?

Ja, die gibt es durchaus. Im Irak wird am 25. Dezember jeden Jahres Weihnachten gefeiert. Zusätzlich ist in Ägypten, Tschad, Syrien, Sudan, Pakistan, Albanien und weiteren Ländern Ostern ein nationaler Feiertag. 

Alle religiösen Feiertage abschaffen?

Kritiker der Idee von muslimischen Feiertagen in Deutschland wenden ein, dass gerechterweise dann auch das orthodoxe Christentum, das Judentum, der Hinduismus und der Buddhismus berücksichtigt werden müssten, damit sich keine religiöse Gruppe benachteiligt fühlt.
Artikel 140 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland besagt: Es besteht keine Staatskirche. Eine denkbare Konsequenz wäre es, religiöse Nationalfeiertage ganz abzuschaffen und stattdessen Ersatzurlaubstage dafür bereitzuhalten. Der Vorteil liegt auf der Hand: Keine Benachteiligung einer religiösen Gruppierung, jeder Mensch könnte die Tage dann so nutzen, wie es seiner Glaubensvorstellung entspricht.

Diskutieren Sie mit! Was ist Ihre Meinung?

Disclaimer:
Unsere Umfragen sind Trendbilder und haben keinen repräsentativen Charakter. Sie sollen ein aktuelles Meinungsbild einfangen und zur Diskussion anregen. Wir freuen uns auf Ihre Anregungen in unseren Kommentarspalten. Die Diskussion unter diesen Artikeln wird besonders von unserem Community-Team moderiert, damit sich alle wohlfühlen und einen Ort zum sachlichen Austausch haben. Persönliche Angriffe und Off-Topic-Diskussionen werden automatisch entfernt. Mehr über die Richtlinien finden Sie in unserer Netiquette.