Gratis-Lebensmittel im Supermarkt – wie oft würden Sie zugreifen?
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Studien belegen: Jährlich landen in Deutschland zwischen 11 und 18 Millionen Tonnen Lebensmittel auf dem Müll. Dies entspricht fast einem Drittel des gesamten Nahrungsmittelverbrauchs der Bundesrepublik!
„Im Schnitt werfen wir in Deutschland jede Sekunde 313 Kilogramm genießbare Nahrungsmittel weg, während weltweit fast eine Milliarde Menschen Hunger leidet“, so Christoph Heinrich vom WWF Deutschland.
Sein Vergleich führt uns die enorme, alltägliche Verschwendung drastisch vor Augen: „Derzeit ist es so, als würden wir Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland in einen riesigen Acker umwandeln und die eingefahrene Ernte einfach wegwerfen. Zusätzlich befeuert dieser riesige Essensberg unnötigerweise den Klimawandel“
Viele Lebensmittel, die wir produzieren und einkaufen, landen also am Ende auf dem Müll. Jetzt soll ein Pilotprojekt der Supermarktkette AEZ in Fürstenfeldbruck dies verhindern. Hier werden Lebensmittel verschenkt, die kurz vor ihrem Ablauf stehen. Dabei richtet sich die Aktion nicht nur an Bedürftige, sie soll ausdrücklich jeden Kunden ermuntern, das Angebot zu nutzen.
Ist es dennoch manchem Kunden zu peinlich, „freie Lebensmittel“ aus dem Regal zu nehmen?
Wir möchten von Ihnen wissen: Würden Sie bei Gratis-Lebensmitteln vom Supermarkt zugreifen oder hätten Sie Bedenken? Machen Sie mit!
Eigentlich haftet bei einem Verkauf nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) nicht mehr der Hersteller der Ware, sondern der jeweilige Supermarkt für Mängel – ein hohes Risiko. Deshalb ist die Idee, Lebensmittel genau am letzten Tag des Mindesthaltbarkeitdatums zu verschenken, so simpel wie genial.
Umfrage: Wir möchten Ihre Meinung zu diesem Thema kennenlernen. Stimmen Sie ab und diskutieren mit uns, ob und wie oft Sie solche Gratis-Angebote nutzen würden.
Muss die Supermarktkette AEZ denn dadurch nicht mit empfindlichen Umsatzeinbußen rechnen?
„Man spart vielleicht den ein oder anderen Euro im Haushaltsgeldbeutel und kann sich beim Einkauf auch mal teurere Waren gönnen“, meint der AEZ-Geschäftsführer Udo Klotz.
Das sich jetzt aber nicht jeder kostenlos seinen Kühlschrank oder seine Speisekammer voll machen kann, muss auch klar sein. „Wir verkaufen weiterhin kurz vor dem Ablauf stehende Produkte preisreduziert. Nur wenn sie am Tag ihres MHD nicht verkauft wurden, verschenken wir sie. Wir sind schließlich ein Handelsunternehmen und müssen auch Umsatz machen“, sagt der AEZ-Geschäftsführer. „Manchmal kann es sein, dass der Gratis-Kühlschrank voll ist. Es kann aber auch passieren, dass nur drei Joghurts drin stehen. Das ist immer tagesabhängig.“
Marktleiter Michael Schipper ist ebenfalls von der Aktion begeistert, auch wenn es für ihn und seine Mitarbeiter ein wenig mehr Arbeit bedeutet. „Lieber verschenke ich die Lebensmittel, als sie in die Tonne zu werfen.“
Die Privathaushalte verursachen den meisten Lebensmittelmüll
Noch wirft jeder Deutsche pro Jahr im Schnitt 82 Kilogramm an Lebensmitteln in den Müll. Der Großteil der Lebensmittelabfälle entsteht in Privathaushalten, so eine Studie der Universität Stuttgart. Bundesweit werden pro Jahr 6,7 Millionen Tonnen Lebensmittel über Restmüll, Biotonne, Ausguss und Kompost entsorgt oder auch an Haustiere verfüttert. Damit entfallen auf die über 40 Millionen Haushalte in Deutschland mit ihren rund 82 Millionen Haushaltsmitgliedern (Statistisches Bundesamt 2010) rund 61 Prozent der gesamten Lebensmittelabfälle.
Doch mit solchen Ideen kann der Pionier AEZ das Bewusstsein in der Bevölkerung schärfen.
In unserem Video stellen wir einen Lebensmittelhändler vor, der abgelaufene Lebensmittel zum halben Preis verkauft:
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