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Mobbing am Arbeitsplatz - oft nicht sofort erkennbar.

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Mobbing am Arbeitsplatz – wie wehren Sie sich richtig?

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Rund 15 Prozent der Arbeitnehmer sind schon Opfer von gezieltem Mobbing gewesen. Vielen Betroffenen fällt es schwer, das Problem zu benennen und den Konflikt offensiv anzusprechen. Oft wird als letzter Ausweg nur die Kündigung gesehen. Doch es gibt Möglichkeiten, schon frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen.

Im Job läuft nicht immer alles harmonisch ab, der Arbeitsalltag bietet viel Platz für Reibereien - sei es mit dem Chef oder den Kollegen. Die meisten Konflikte lassen sich mit einer guten Kommunikation schnell aus der Welt schaffen. Nicht selten arten Streitereien jedoch in Mobbing aus: Mitarbeiter schikanieren ihre verhassten Kollegen, lästern hinter ihrem Rücken und grenzen sie aus. Das Ziel ist oft, sie aus der Firma zu vertreiben. Doch wie wehrt man sich als Betroffener gegen fiese Mobbing-Attacken?

Mobbing an sich stellt erst mal keine Straftat dar, sofern es sich nicht um körperliche Gewalt, sexuelle Belästigung, Verleumdung, Beleidigung oder ähnliches handelt. So sind fortlaufend ausgeübte Kritik aus nichtigen Gründen oder der heimliche Ausschluss vom kollegialen Miteinander rechtlich nur schwer zu fassen und nachzuweisen. Dennoch verstoßen Mobber prinzipiell mit ihrem Verhalten gegen ihre arbeitsvertraglichen Nebenpflichten, sie fügen dem Arbeitgeber Schaden zu, dies kann sich zum Beispiel in verminderten Arbeitsleistungen der Opfer oder gar durch krankheitsbedingte Ausfallzeiten äußern.

Wir möchten von Ihnen wissen: Sind Sie schon Ziel von Mobbingattacken geworden und was haben Sie dagegen unternommen? Diskutieren Sie mit!

Den Chef so frühzeitig wie möglich informieren

Wichtig ist, dass bei ersten Anzeichen von Mobbing aktiv reagiert wird. Konkrete Fragen an den Mobber, was er mit seinen Bemerkungen meint oder bezwecken will, bringen oftmals die erwünschte Wirkung. Der Angreifer erkennt, dass sein Handeln auf Gegenwehr trifft und eventuell für ihn unangenehme Folgen haben kann. Sollte diese Vorgehensweise nichts bringen und das Mobbing fortgesetzt werden, ist so frühzeitig wie möglich der Dialog mit dem Vorgesetzten oder dem Chef anzuraten, um den Konflikt zu entschärfen, bevor er irreparabel eskaliert. Arbeitgeber haben gegenüber den Angestellten eine Fürsorgepflicht, diese ergibt sich aus §§ 617 bis 619 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB).

Besonders schwierig wird es, wenn Vorgesetzte selbst diejenigen sind, die Untergebene mobben. Verstößt der Chef gegen den Arbeitnehmeranspruch auf Schutz vor Diskriminierung und auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, so kann durchaus ein Schadensersatzanspruch entstehen. In solchen Fällen sollte unbedingt der Betriebs- oder Personalrat einbezogen werden.

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Gefahr für die Gesundheit

Für den Betroffenen hat Mobbing weitreichende Auswirkungen mit häufig gesundheitlichen Folgen. Psychologische Probleme von Nervosität über Depressionen bis hin zu Angstanfällen nagen an der gesundheitlichen Substanz, eine chronische Erkrankung droht. 

Ein anderer Aspekt ist der wirtschaftliche Schaden. Das Europäische Parlament schätzt den durch Mobbing entstehenden Gesamtschaden für die deutsche Wirtschaft auf bis zu 50 Milliarden Euro pro Jahr. 

Für Firmen sollte schon aus Eigeninteresse ein gesundes und stabiles Betriebsklima im Vordergrund stehen, denn dies ist ein wichtiger Faktor, um Mobbing in der Belegschaft vorzubeugen. Das kann eine verbindliche Vereinbarung oder Statut sein, um den respektvollen Umgang der Mitarbeiter untereinander sicherzustellen.

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