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Glyphosat weiterhin zugelassen - auf Kosten unserer Gesundheit?

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Umfrage: Ist „Glyphosat-Schmidt“ als Landwirtschaftsminister noch tragbar? Stimmen Sie ab!

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Deutschland hat in Brüssel für eine verlängerte Lizenz des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat gestimmt. Christian Schmidt (CSU), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, erteilte die Anweisung, mit „Ja“ zu stimmen, obwohl Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) ihr Veto einlegte.

Es gehört traditionell zur Geschäftsordnung der Regierung, dass sich uneinige Ressorts dann bei EU-Abstimmungen enthalten. In diesem Fall wäre aber ohne die Stimme Deutschlands keine Mehrheit für Glyphosat zusammengekommen. Für sein eigenmächtiges Handeln fing sich Schmidt eine deutliche Rüge von Bundeskanzlerin Angela Merkel ein. Nach einem persönlichen Gespräch mit ihm betonte sie, dass sich so etwas nicht wiederholen dürfe, da sonst ein gemeinsames Arbeiten in der Bundesregierung nicht möglich sei.

Wir möchten von Ihnen wissen: Ist so ein eigenmächtiges Vorgehen tragbar oder hat hier der Minister eine Grenze überschritten? Diskutieren Sie mit!

Laut einer Studie der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) von 2015 ist das Pflanzengift für den Menschen „wahrscheinlich krebserregend“. Andere Untersuchungen kamen hingegen zu dem Schluss, dass Glyphosat nicht akut gesundheitsgefährdend sei. Noch weiter ging ein Expertenteam mit Beteiligung der WHO, die dem Pflanzengift bescheinigte, „nicht krebserregend“ zu sein. Pikant sind allerdings die Vorwürfe, Hersteller von Pflanzenschutzmittel wie Monsanto (die deutsche Bayer AG wird voraussichtlich den US-amerikanischen Konzern für rund 60 Milliarden Euro übernehmen) hätten sich mit Zahlungen an diverse Forscher positive Urteile erkauft.

Gefährdet der Alleingang von Minister Schmidt also unsere Gesundheit und bringt die hiesigen Bauern in noch größere Abhängigkeit von den Chemiekonzernen, nur um auf kurze Sicht höhere Ernteergebnisse zu erzielen? Hat sich Schmidt folglich als Teil eines schäbigen Spiels entpuppt?

Umfrage: Wir möchten Ihre Meinung zu diesem Thema kennenlernen. Stimmen Sie ab und diskutieren mit uns, ob der Glyphosat-Skandal hinnehmbar ist oder personelle Konsequenzen folgen sollten.

Sollte Christian Schmidt Verantwortung für seinen Alleingang übernehmen und vom Ministeramt zurücktreten?

Bitte kreuzen Sie an, was am meisten auf Sie zutrifft. *

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Dass Glyphosat im Alltag tatsächlich in den menschlichen Körper gelangt und wieder ausgeschieden wird, zeigte eine kleine Studie von der Umweltschutzorganisation „Friends of the earth“. Sie untersuchte Urinproben von 182 Stadtbewohnern aus 18 europäischen Ländern. In Deutschland fand sich in 70 Prozent der Proben Glyphosat. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schätzt die gefundenen Konzentrationen jedoch bisher als ungefährlich ein.

Wie kann eine Aufnahme von Glyphosat vermieden werden?

Biolebensmittel wie Getreide, Obst und Gemüse enthalten bis zu hundertmal weniger Rückstände des Giftes als bei Erzeugnissen aus konventionellem Anbau. Gesundes, aus biologischem Anbau stammendes Essen hat allerdings seinen Preis, nicht allen ist es finanziell möglich, mit dem Einkaufswagen abzustimmen. Doch die Revolte muss bei uns Verbrauchern anfangen, wie Anton Renner in seinem Kommentar feststellt.

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