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Rundherum von Bibern abgenagt ist dieser Stamm eines über zehn Meter hohen Baumes.

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Kampf gegen die Biber-Plage oder Tierschutz - was ist Ihnen wichtiger? 

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Ob in Garmisch-Partenkirchen oder München, in immer mehr Landkreisen Oberbayerns wird die Verbreitung der Biber zur schwer beherrschbaren Plage. Strikte Maßnahmen werden gefordert, doch Tierschützer sehen diese mit Skepsis. 

Längst vorbei sind die Zeiten, als Europas größtes Nagetier als praktisch ausgestorben galt. Der Bestand hat in den letzten Jahren rasant zugenommen, alleine in Bayern sollen es mittlerweile rund 20.000 Tiere sein. Die Ursache liegt darin, dass der Biber in den Problemgebieten so gut wie keine natürlichen Feinde hat, aber über mehr als genügend Nahrung verfügt. So stehen der enormen Population und Ausbreitung kaum noch etwas im Weg.

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Erst heuer wurden am Staffelsee rund 3000 Bäume angenagt, dadurch entstand ein Schaden im sechsstelligen Bereich. Doch ist es nicht nur die Natur, die zu leiden hat, immer mehr Landwirte stehen vor großen Problemen, die durch die Nager verursacht werden. Denn die von ihm an Bächen und Flüssen gebauten Dämme fluten in der Folge die anliegenden Wiesen. Aufgrund der vielen Pfützen erkranken zahlreiche Kälber, sie ziehen sich Parasiten zu, in erster Linie Leberegel. Eine weitere Gefahr sind die entlang von Bachläufen gebuddelten unterirdischen Gänge („Bibertunnel“), die einbrechen können - für Rinder eine lebensbedrohliche Situation.

„Während der Mensch ab 1. März keine Bäume mehr fällen darf, ist das beim Biber anscheinend egal“, äußert sich Landwirtin Gaisreiter aus Bichl (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) verärgert. Selbst Eichen hätte der Biber schon zu Fall gebracht. Meistens muss Gaisreiters Familie einmal in der Woche mit dem Schlepper anrücken, um das Geäst aus dem Bach zu ziehen – und weit entfernt entsorgen, „denn sonst ziehen es die Tiere ja wieder ins Wasser“. All das, sagt Gaisreiter, koste Kraft, Zeit und Geld. Und es sei sinnlos. „Denn der Biber baut immer wieder.“

Tierschützer gewinnen dagegen der Situation durchaus positive Aspekte ab und verweisen auf den Lebensraum für Kröten, Frösche, aber auch Vögel und Wildbienen hin, die durch die Bauwerke geschaffen werden.

Doch der Deutsche Jagdverband (DJV) gibt kontra. Biber sind streng geschützt und unterliegen nicht dem Jagdrecht. Künftig müsse es möglich sein, flexibler auf positive Bestandsentwicklungen zu reagieren und den Schutzstatus zu senken, fordert der DJV. "Sonst ist die Akzeptanz für den Artenschutz in der Bevölkerung der ländlichen Räume in Gefahr", meint DJV-Vizepräsident Volker Böhning.

Delikat essen?

Für Jürgen Füßl, Wirt im Gasthaus „d‘Wirtschaft“ in Altenstadt an der Waldnaab, ist der Biber keine Plage, sondern eine Delikatesse. Deshalb setzt er ein paar Mal im Jahr „Biber-Keule“ oder wahlweise „Rahmgulasch vom Biber“ auf seine Speisekarte. Sollte sich dieses (noch ungewöhnliche) Essen zunehmender Beliebtheit erfreuen, könnte es mit der starken Ausbreitung der Nager auch wieder bergab gehen.

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